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Politik national

Regionalität:'Eine Riesenchance für Bayern'

von , am
19.04.2012

München - Landwirtschaftsminister Helmut Brunner hat gestern vor dem Bayerischen Landtag eine Regierungserklärung abgegeben. Er fordert weniger Flächenverbrauch und will Regionalität und Bio stärken.

Der bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner muss 35 Euro Verwarngeld zahlen. © StMELF
In der Regierungserklärung zur Land- und Forstwirtschaft forderte Landwirtschaftsminister Helmut Brunner gestern mit Nachdruck, den Flächenverbrauch zu reduzieren. Auch die Stilllegung von Flächen als ökologischen Ausgleich beurteilt er kritisch. Er appellierte an den Bund sowie an die EU, den Schutz landwirtschaftlicher Flächen stärker zu verankern. "Eine Stilllegung von sieben Prozent der bisher genutzten landwirtschaftlichen Flächen passt nicht in die Zeit und ist für mich unter keinen Umständen akzeptabel", unterstrich Brunner.
 
Brunners Erklärung den Flächenfraß zu stoppen, bezeichnete der Bayerische Bauernverband (BBV) in einer Stellungnahme als "erfreulich". "Dieser Ankündigung müssen jetzt Taten folgen", betonte Gerd Sonnleitner.
 
Laut Stellungnahme des BBVs vergesse der Minister in seiner Regierungserklärung allerdings die Stärkung einer praxisorientierten Agrarforschung sowie die Sicherung der baurechtlichen Privilegierung und eine für Familienbetriebe leistbaren Tierhaltung.

Brunner will Ökoprodukte bis 2020 verdoppeln

"Der Trend zu regionalen Produkten ist eine Riesenchance für Bayern", erklärte Brunner. Aus diesem Grund kündigte er an, im nächsten Jahr zwei Millionen Euro für die Förderung regionaler Produkte bereitzustellen und darüber hinaus ein neues bayerisches Regionalsiegel einführen. Das neue Siegel soll auf dem bereits bekannten Siegel "Geprüfte Qualität - Bayern" aufbauen.
 
Weiterhin erklärte er, das Ziel "künftig die Nachfrage nach Ökoprodukten stärker aus heimischer Produktion" zu erfüllen. Für die neue EU-Förderperiode plant Brunner ein Landesprogramm "Ökolandbau". Zusammen mit den einschlägigen Verbänden soll ein Konzept erarbeitet werden, um unter anderem in den Bereichen Bio-Schweine- und -Geflügelfleisch sowie beim Bio-Gemüse das zu geringe Angebot zu erhöhen. "Mein Ziel ist eine Verdoppelung an Ökoprodukten aus Bayern bis zum Jahr 2020", so der Ministerpräsident.
 
Der Bayerische Bauernverband stimmte Brunner zu, dass die Stärkung regionaler und ökologisch produzierte Produkte eine wichtige Rolle einnimmt.

Erneuerbare Energien: Konjunkturmotor für den ländlichen Raum

Laut Brunner finde die dezentrale Energieversorgung mit Erneuerbaren Energien im ländlichen Raum statt. Brunner will die Energiewende daher zu einem Konjunkturprogramm für den ländlichen Raum machen. In der Windkraft sieht er die größten Potentiale. Die Bayerischen Staatsforste sollen dabei eine Vorreiterrolle einnehmen, denn er halte den Bau von bis zu 1.000 Windanlagen für möglich. Er kündigte an, Straubing mit seinem Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe zu einem Zentrum der bayerischen Energiewende ausbauen.
 
Der bayerische Landwirtschaftsminister sieht außerdem Handlungsbedarf bei der Integrierten Ländlichen Entwicklung und Dorferneuerung: Er spricht sich für eine Revitalisierung der Ortskerne, sowie der Nutzung von leer stehenden Gebäuden im Außenbereich aus.

Windkraft im Wald

 
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