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Skandal

Rekordmenge gefälschter Lebensmittel sichergestellt

dpa/Katharina Krenn/agrarheute
am
31.03.2016

Mehr als 10.000 Tonnen und eine Million Liter gepanschte und gefälschte Lebensmittel hat Europol und Interpol in den letzten vier Monaten sichergestellt.

Bei der von Europol und Interpol koordinierten "Operation Opson V" wurden von November 2015 bis Februar 2016 eine Rekordmenge gefälschter Lebensmittel sichergestellt. Hinter dem weltweiten Betrug stecken kriminelle Banden, teilte Europol mit. Sie panschten Lebensmittel mit gefährlichen Chemikalien, oder verkauften minderwertige Ware mit gefälschten Labels teurer Marken und erzielten riesige Profite. Es habe bereits einige Festnahmen geben, aber die Ermittlungen dauerten noch an.

Kosten im Milliardenbereich

Es war bereits die fünfte Aktion dieser Art. Noch nie wurde eine so große Menge sichergestellt, erklärte Michael Ellis von Interpol. "Wir müssen diese Bemühungen fortsetzen, um die dahinter steckenden kriminellen Netzwerke zu identifizieren, denen es nur um den Profit geht, egal was es die Öffentlichkeit kostet." Die Kosten gehen nicht nur für legale Hersteller in die Milliarden. Auch die Gesundheitsrisiken sind enorm.

Lebensmittelfälschern auf der Spur

Zum Beispiel wurden im Sudan fast neun Tonnen Zucker gefunden, der mit Kunstdünger verseucht war. Italienische Ermittler stellten 85 Tonnen Oliven sicher, die mit einer Kupfer-Sulfat-Lösung gefärbt waren.Gefälscht waren auch Sardinen in Bolivien, Schokolade in Ungarn oder Süßigkeiten für Kinder in Rumänien. Billiges Entenfleisch wurde als teure Gänseleber angeboten.

"Alle Arten von Nahrungsmittel überall auf der Welt werden gefälscht», heißt es in dem Bericht. Whiskey, Wodka, Wein - in Griechenland oder Großbritannien wurden illegale Fabriken zum Panschen von Alkohol entdeckt, einschließlich der gefälschten Flaschen und Labels teurer Marken.

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