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Wirtschaft

Rewe fordert mehr Tierwohl von seinen Lieferanten

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Katharina Krenn, agrarheute
am
12.08.2015

Nach Aldi gab gestern nun auch Rewe bekannt, zukünftig nur noch Fleisch von Schweinen zu verkaufen, die unter Betäubung kastriert wurden. Weitere "Nachhaltigkeits"-Maßnahmen sollen folgen.

Ab dem 1. Januar 2017 soll kein Fleisch mehr von unbetäubt kastrierten Schweinen in den Rewe-Regalen liegen. Diese Entscheidung hat das Unternehmen Rewe Group seinen Vertragslieferanten mitgeteilt. "Die betäubungslose Kastration passt einfach nicht mehr in die heutige Zeit. In der Theorie verfügen wir bereits jetzt über alternative Methoden, welche den Tieren die schmerzhafte Prozedur ersparen kann.", sagte Dr. Klaus Mayer, Leiter Qualitätsmanagement bei der REWE Group.
 

Weitere Nachhaltigkeits-Ziele

Gleichzeitig veröffentlichte das Unternehmen gestern sein neues "Leitbild zur Nutztierhaltung der Zukunft". Die Publikation beschreibt, wodurch sich eine nachhaltigere Erzeugung tierischer Lebensmittel für alle Eigenmarken zukünftig auszeichnen soll. Ziel sei es, gemeinsam mit den Vertragslieferanten und den dazu gehörigen landwirtschaftlichen Betrieben die bereits bestehenden Projekte im Hinblick auf mehr Tierwohl und Tiergerechtigkeit weiterzuentwickeln.
 
Folgende Ziele sind darin definiert:
 
  • Die Zucht soll die Ansprüche an "Tiergerechtheit" erfüllen. Dabei sollte die ganzheitliche Betrachtung der Zuchtziele unter Berücksichtigung der Biologie sowie der Ethologie der jeweiligen Art im Vordergrund stehen.
  • Die Haltungs- und Managementsysteme von Nutztieren sollen von der Geburt bis zur Schlachtung den Bedürfnissen der Tiere bestmöglich angepasst und den (verhaltens-) physiologischen Ansprüchen der jeweiligen Art gerecht werden.
  • Verbesserte Tiergesundheits- und Hygienestandards sollen den Arzneimitteleinsatz zu minimieren.
  • Schmerzhaften Eingriffe an den Tieren (wie das Kupieren des Schwanzes, das Stutzen des Schnabels, das Enthornen der Kälber etc.) sollen nicht mehr vorgenommen werden.
  • Nutztierhaltung soll sich als Ausdruck von praktizierter Nachhaltigkeit und funktionierender Kreislaufwirtschaft (Tierhaltung, Fütterung, Betriebsmanagement) zukünftig stärker flächengebunden entwickeln.
  • Die Nutztierhaltung soll eine artgemäße Fütterung auf einer breiten Basis der regionalen Versorgung gewährleisten. Dies impliziert unter anderem die Vermeidung der Nahrungskonkurrenz zum Menschen sowie die Versorgung mit Eiweißfuttermitteln alternativer Herkunft, anstelle von gentechnisch verändertem Übersee-Soja.
 

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