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Umwelt

Rheinland-Pfalz will mehr Naturschutz in der Landwirtschaft

von , am
11.01.2014

Mainz - Mit einer Neuorganisation der Vertragsnaturschutzberatung bindet die rheinland-pfälzische Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken Naturschutzfragen enger in die Landwirtschaft ein.

Rund eine Million Hektar werden in Deutschland ökologisch bewirtschaftet. © Rosel Eckstein/pixelio
Seit Januar 2014 werde die Koordinierung und Steuerung der Vertragsnaturschutzberatung dem Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück in Bad Kreuznach übertragen, informierte Ministerin Höfken. "Die neue Struktur wird der Rolle der Landwirtschaft und der an sie gestellten Anforderungen in Bezug auf Umwelt-, Natur-, und Klimaschutz, dem Erhaltung der Artenvielfalt und der Kulturlandschaft besser gerecht. Die rheinland-pfälzischen Landwirte arbeiten bereits an vielen Stellen erfolgreich mit dem Naturschutz zusammen. Allein über die Förderprogramme der Agrarumweltmaßnahmen werden 25 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche besonders umweltverträglich bewirtschaftet. Dem wollen wir Rechnung tragen und unsere Beratungsangebote entsprechend ausrichten", so Höfken.

Stärkere Zusammenarbeit

Ministerin Höfken zeigt sich zuversichtlich, dass beide Fachbereiche von der stärkeren Zusammenarbeit profitieren werden. Die organisatorische Einbindung in die Landwirtschaftsverwaltung einerseits und die naturschutzfachliche Beratung andererseits biete die Chance, neue Lösungsansätze anzugehen. Neben der Koordination im Dienstleistungszentren Ländlicher Raum in Bad Kreuznach übernehmen die fünf weiteren Dienstleistungszentren dezentrale Steuerungsaufgaben und gewährleisten damit eine regionale Verankerung. Die naturschutzfachliche Ausgestaltung der Programme bliebe nach wie vor beim Landesamt für Umweltschutz und Gewerbeaufsicht (LUWG) in Mainz, erläuterte die Ministerin.

Neustrukturierung nach Vorbild

Vorbild für die Neustrukturierung sei das Erfolgsmodell "Partnerbetrieb Naturschutz". Mit den Partnerbetrieben unterstützt das Ministerium Landwirte, die ihre Bewirtschaftung stärker am Naturschutz ausrichten, um zum Beispiel Lebensräume für Braunkehlchen und Wachtelkönig zu erhalten oder Blühstreifen für blütenbesuchende Insekten anzulegen. "Hier hat sich die Kooperation von Naturschutz und Landwirtschaft bereits bestens bewährt. Dieser Beratungsansatz ist in wenigen Jahren zum Alleinstellungsmerkmal geworden", sagte Höfken.

Hintergrundinformation

Die Beratung im Vertragsnaturschutz wird durch externe Fachberater des Naturschutzes durchgeführt, die im Auftrag des Landes Rheinland-Pfalz tätig sind. Sie begutachten Flächen und sorgen für einen effektiven Mitteleinsatz im Förderprogramm "Agrar-Umwelt-Landschaft (PAULa)". Aktuell werden rund 19.000 Hektar landwirtschaftliche Fläche nach den Vorgaben der Vertragsnaturschutzprogramme "Grünland", "Streuobst", "Acker" und "Weinberg" bewirtschaftet. Hierfür stellt das Land inklusive der EU-Kofinanzierungsmittel rund 4,2 Mio. Euro je Jahr zur Verfügung.
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