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Politik international

Rio plus 20: Nachhaltige Wirtschaftsweisen im Fokus

von , am
08.06.2012

In zwei Wochen findet im brasilianischen Rio de Janairo die UN-Umwelt und Nachhaltigkeitskonferenz Rio plus 20 statt. Hier sollen die Weichen für Nachhaltigkeit gestellt werden.

Momentan ist Lage an den globalen Lebensmittelmärkten zwar recht ruhig, dass könnte sich jedoch schnell wieder ändern, meint die FAO. © pixinity/fotolia
Vom 20. Bis 22. Juni finden sich rund 100 Staats- und Regierungschefs und insgesamt 50.000 Teilnehmer in Rio de Janeiro ein. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird nicht am Gipfel teilnehmen. Sie wird sich vom Bundesumweltminister Peter Altmaier und vom Entwicklungsmister Dirk Niebel (FDP) vertreten lassen. Der Ort des Geschehens ist symbolträchtig. Denn in Rio de Janeiro fand vor 20 Jahren der sogenannte Weltgipfel statt. Damals wurden Maßstäbe für eine globale Politik zum Schutz von Klima und Umwelt gesetzt hat. Die internationale Staatengemeinschaft verabschiedete ein Leitbild zur Nachhaltigen Entwicklung und das Aktionsprogramm "Agenda 21".
 
EU fordert maßgeschneiderte Beratung
 
Rio+20 soll nun, 20 Jahre nach dem ersten UN Gipfel für Umwelt und Entwicklung überprüfen, wie weit man in diesem Bereich gekommen ist, und welche neuen Ziele nötig sind. Auf dem UN-Nachhaltigkeitsgipfel "Rio+20" in Rio de Janeiro sollen die Weichen für den Übergang zu einer wahrhaft nachhaltigen Wirtschaftsweise in allen Ländern gestellt werden. Eines der wichtigsten Ziele wird sein, für interessierte Länder zu den für sie dringendsten Problemen auf diesem Weg zur Nachhaltigkeit kompetente Beratung und Unterstützung sicherzustellen.
Deshalb fordert die EU, dass sich die Vereinten Nationen, die internationalen Finanzinstitutionen und die bilateralen Geber in Rio verpflichten, jeder interessierten Regierung in einem festgelegten Zeitrahmen maßgeschneiderte, landesspezifische Unterstützung für den Übergang zu einer umwelt- und sozialverträglichen Wirtschaftsweise (soggenanntes "Inclusive Green Economy") zukommen zu lassen. Auch der Privatsektor soll in dieses Vorhaben eingebunden werden.
 
Ein Kurswechsel ist dringend nötig
 
Der aktuelle Umweltbericht der UNEP (Umweltprogramm der Vereinten Nationen) kritisiert den schleppenden Prozess bei der Durchsetzung international vereinbarter Umweltziele. Die Wissenschaftler analysierten die wichtigsten 90 von 500 international geltenden Zielen und stellten nur bei vier einen signifikanten Fortschritt fest, unter anderem bei der Reduzierung bleihaltigen Kraftstoffs sowie dem Zugang zu Trinkwasser. Es sei dringend ein Kurswechsel in der Umweltpolitik nötig und Rio+20 sei dazu eine Chance, die nur einmal in einer Generation vorkomme.
 
Der Umweltbericht der UNEP solle den Entscheidungsträgern der Konferenz in Rio helfen, die Weichen für eine umfassende nachhaltige Entwicklung zu stellen, betonte der Direktor des UN Umweltprogramms Achim Steiner. Mit Blick auf die Klimaänderung warnen die Wissenschaftler in der Studie: "Wenn die aktuellen (Wirtschafts-) Modelle beibehalten werden, können sich die Treibhausgas-Emissionen in den nächsten 50 Jahren verdoppeln, und die globale Temperatur kann um drei Grad oder mehr bis Ende des Jahrhunderts ansteigen".
 
 
                                                                                                                                  dpa/pd

Landwirtschaft bringt grünes Wachstum

Für Copa-Präsident Gerd Sonnleitner fordert, sind die Beschlüsse aus Strassburg eine gute Arbeitsgrundlage. © Mühlhausen/landpixel

Im Präsidum hat der DBV auch eine Erklärung zur UN-Konferenz in Rio de Janeiro verabschiedet. Die Effizienzsteigerung der landwirtschaftlichen Produktion ist für den DBV der zentrale Hebel.


Anlässlich der Konferenz der Vereinten Nationen für eine nachhaltige Entwicklung, der Rio+20 Konferenz , betont das Präsidium des Deutschen Bauernverbandes den entscheidenden Beitrag der Land- und Forstwirtschaft für grünes Wachstum und eine nachhaltige Entwicklung. Für die Landwirtschaft besteht die zentrale Herausforderung der Nachhaltigkeit weltweit in einer sicheren und finanzierbaren Lebensmittelversorgung durch eine wirtschaftlich tragfähige Landwirtschaft, in der Gewährleistung einer hohen Produktqualität bei gleichzeitiger Reduzierung von Umweltauswirkungen.
 
Die weitere Steigerung der Effizienz der landwirtschaftlichen Produktion ist der zentrale Hebel, um den globalen Herausforderungen einer wachsenden Nachfrage nach Nahrungsmitteln und nachwachsenden Rohstoffen einerseits und der Ressourcenschonung andererseits gerecht zu werden.

In den Agrarsektor investieren

Bei der Konferenz muss die zentrale Bedeutung einer hochproduktiven Landwirtschaft für ein grünes Wachstum berücksichtigt werden. Die Landwirtschaft ist sowohl in den Industrie- als auch in den Entwicklungsländern die treibende Kraft, um die weltweite Versorgungssicherheit und die Hungerbekämpfung sicherzustellen.
 
Deshalb unterstützt der DBV die Umsetzung der Ergebnisse der 17. Konferenz der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung über die  Landwirtschaft und fordert, diese als Basis für ein Ergebnis in Rio de Janeiro im Juni 2012 zu verwenden. Größere Investitionen in den Agrarsektor, eine nachhaltige Intensivierung der Agrarproduktion und eine Verstärkung der Agrarforschung sind dringend geboten, um die Ernährungssicherheit sowie die Ressourcenschonung weltweit und damit eine nachhaltige Entwicklung sicherzustellen.
 
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