Login
Dorf und Familie

Roboter im Altstall, Hoflader und die Energiewende

Externer Autor
am
31.01.2014

Welche Erfahrungen gibt es mit gebrauchten Robotern in Altställen? Wie wirkt sich die Energiewende der neuen Koalition in der Praxis aus? Hoflader mit oder ohne Kabine? landlive-Themen der Woche.

Schäffer Hoflader - mit oder ohne Kabine?
 
Andi24 schreibt: "Wir haben einen Schäffer Hoflader 3345. Wir wollen ihn jetzt tauschen gegen einen 2345 oder 3550. Hat jemand Erfahrung mit einem der beiden oder mit beiden? Wir sind auch am überlegen, ob wir diesmal eine Kabine nehmen sollen oder wieder nur das Schutzdach. Wie ist die Erfahrung mit den Kabinen?"
christiannds
antwortet: "Die Frage ist, was möchtest du mit der Maschine machen, und wozu dann eine Kabine benötigt wird. Die Hoflader dürften heute ziemlich alle top sein. Unser erster war ein Schäffer, eine Krücke³. Die Zeiten dürften aber vorbei sein."
Notill meint: "Wenn jemand nicht gerne Scheiben putzt, dann besser ohne Kabine! Wir haben zwei Gabelstapler, einer mit Dach, einer mit Kabine... Im Winter oder bei schlechtem Wetter ist der mit Kabine schon gemütlicher, aber nur wenn die Scheiben sauber sind. Wobei, der Dreck an der Scheibe, wäre sonst am Arbeitsplatz... oder am Fahrer."
Darauf schreibt christiannds: "Also ich habe ganz gerne ein bisschen Freiheit und schöne frische Luft um mich herum. In geschlossenen, gewärmten oder klimatisierten Kabinen muss man schon oft genug sitzen..."
Kasparow
ist der Meinung: "Also ich würde das davon abhängig machen, wie lange ich im Winter und in der Übergangszeit auf dem Lader verbringen muss. So wie du schreibst, dürfte das ja nicht unbedingt all zu lange sein. Gerade für einen Hoflader fände ich eine Kabine eher hinderlich. (spiegelnde Scheiben, verdreckte Scheiben, regennasse Seiten-Heck-Scheiben die eine schlechtere Sicht bedeuten). Für die Höhe gibt es meines Wissens abklappbare Bügel die zu den Kosten einer Vollkabine in keinem Verhältnis stehen. Was ich immer gut finde, ist ein Regenschutzdach damit der Fahrersitz nicht nass wird."

Anbindehaltung ab 2015 melken

Nimbus fragt: "Wenn ich 2015 nach Wegfall der Milchquote wieder Milch erzeugen möchte, darf ich dann meine Kühe in unseren alten Stall anbinden, oder ist für Neugründungen Anbindehaltung nicht mehr erlaubt? (konventionell, kein bio, alles noch in super Zustand, Maschinen und Fahrsilos, Güllegrube und Flächen vorhanden)." Rancherle meint: "Wenn du selber damit zufrieden bist mit der Haltung dürfte es wohl kein Problem sein, wie es mit Lieferrecht ausschaut als Neu-Melker weiss ich nicht." Alphaab  gibt zu bedenken: "Ehe du mit Anbindung wieder anfängst schau dir das anderswo mal eine Weile an, vor allem im Winter. Wir haben 37 Anbindeplätze, was ich lange auch ok fand, bis mir auffiel, dass es auch anders geht.. Die Anbindung wird eh nicht mehr lange zulässig sein, vermute ich, n Termin kann dir sicher jemand anders hier verraten."
DWEWT schreibt: "Du mußt dir darüber klar sein, dass du zum 31.12.2019 die Anbindehaltung wieder aufgeben mußt. Falls du darüber hinaus Milchkühe halten willst, musst du wohl heftig investieren. Warum dann nicht gleich?"
Kasparow
hat ebenfalls wenig Verständniss für den Plan: "Wie man nach heutigem Kenntnisstand überhaupt auf den Gedanken kommen kann eine Kuh/Rind anzubinden, ist mir mehr als rätselhaft, dazu noch als Betriebshelfer. Man kann nur hoffen, dass der Stall eine Nutzungsänderung benötigt. Ich kann mir nur schwerlich vorstellen, dass das dann genehmigt wird."

Gebrauchter Roboter im Altstall?

Patt möchte folgendes Wissen: "Wir haben gerade von Anbindehaltung mittels Anbau des Stalls auf Laufstall umgebaut. Jetzt können sich die Mädels schon mal frei bewegen was ihnen anscheinend auch gefällt. Das Problem dabei ist, dass die Kühe noch angebunden werden müssen zum Melken. Die Melkttechnik kommt jetzt so langsam dran. Jetzt war der Gedanke einen Melkstand in den Stall mit einzubauen (eine Bucht dafür ist vorhanden, die für Einstreu genutzt wurde). Diese Bucht reicht von der Länge für einen Doppel 5er Fischgräte. Nur ist sie von der Breite etwas knapp bemessen. So das man in der Mitte nicht allzu viel Platz beim Melken hat. Wir sind jetzt am überlegen, uns doch für einen Roboter zu entscheiden (haben auch schon paar Betriebe angeschaut). Nur waren das alles Neubauten. Gibt es denn Erfahrungen (keine Spekulationen) mit sowas? Man hört immer, dass man 50 % der Mädels abgeben muss weil der Roboter sie nicht anhängt oder sonstige Gruselgeschichten. Sollte man lieber die Finger von gebrauchten Robotern lassen, weil ausgedient oder sonstige Mängel? Kann man einen Roboter einfach mal aufstellen lassen und sehen ob es überhaupt funktioniert? So schnell steht so ein Teil mit Sicherheit auch nicht, denk ich mir."
Rancherle schreibt: "Ein Lely Melkroboter steht sehr schnell im Stall und ist betriebsbereit, nur Wasser-, Strom-, und Datenkabel anschliessen und los gehts. Ein Altgebäude dafür nutzen, dürfte auch kein Problem sein. Das Problem wird eher sein, einen gebrauchten Melkroboter günstig zu bekommen, da ist ne Neuanschaffung mit Förderung vor allem bei Umstellung von Anbindestall auf Laufstall sicherlich interessanter....ich persönlich würde abraten einen Melkstand zu bauen ...." Auch rocknrolldirk gibt wertvolle Tipps: "Sieh dir Betriebe an, die funktionieren. Alle anderen wollen oder können (das kann durchaus auch am Fabrikat liegen!) nicht richtig und haben deshalb keinen Wert als Vorbild. Wir haben mit der Anschaffung drei Ziele verfolgt. Erstens wollten wir Platz sparen, das ist sehr zufriedenstellend gelungen. 2. Wir wollten Arbeit sparen. Das ist besser gelungen als gedacht (weil man ja so viel Gerede hörte). 3. Wir wollten die Leistung steigern. Das ist leicht verspätet, dann aber um so besser gelungen. Wahr ist, dass Kühe, die in der Mitte der Laktation auf Roboter umgestellt werden, Leistung verlieren und nicht in dem Maße laufen in dem sie laufen müssten. Lass dich durch diese Anfangsschwierigkeiten nicht verleiten, blödsinnige, teure, platzraubende, leistungsdämpfende und wirkungslose Tore zur Steuerung des Kuhverkehrs zu kaufen. Schaff lieber einen ausreichenden Warteraum vor dem Roboter (wichtig auch, dass Frischmelker sehr nah bei gehalten werden) in dem man gut 10 Kühe verstauen kann. Das reicht bei uns manchmal etwas knapp (mit 120-130 Kühen in einer Gruppe) und sollte bei einem Roboter leicht reichen. Später kannste ihn dann auf fünf Kühe verkleinern, falls das für die Abläufe im Stall vorteilhaft ist. Schön ist die Option bei Lely, nach dem Wegmelken der säumigen Kühe die Tore automatisch zu öffnen. Dann muss man nicht dabeisein. Allerdings sind gebrauchte kaum zu kriegen und einen A2 würde ich dann doch nicht wollen..."

Energiewende weg von EE's hin zu Kohle und Atom

biogaslerobb schreibt: "An alle Erzeuger von erneuerbaren Energien und besonders an alle Biogasanlagen-Betreiber: Was haltet ihr von den Eckdaten der neuen GroKo zum EEG? Da wird der Hahn richtig zugedreht was Biogas angeht, eine Frechheit, das Bestandsanlagen bei einer Änderung ihre alte Vergütung verlieren. Ich denke mal fast bei jedem BGAler steht irgendwann ne Änderung bzw Erweiterung an, oder? Energiewende hin zur Kohle, 2013 höchster Anteil an Kohlestrom seit 1990? Wir Bauern, die in den letzen Jahren in EEs investiert haben, sind die Dummen, und die großen Konzerne wie RWE oder Eon lachen sich ins Fäustchen. Die Regierung scherrt sich einen Dreck um uns, da sie ja alle von den großen Konzernen gelenkt werden. P.S. Alle die keine EE's erzeugen, bzw. Gegner der EE's sind, können getrost das Schreiben lassen, da es eh immer das gleiche ist, und es keiner mehr hören kann. Frage: Was ist schöner, Eine mondlandschaft oder ein Blühendes Feld?" 
Doptrebo90
meint: "Das ist leider das Problem der Politik. Egal um was es geht. Überall wo die Hand der Politik mit drin ist, kann keiner langfristig kalkulieren. Wenn man das in den letzten Jahren anschaut, dann ist es beim Brennereimonopol, der Zuckersparte und der Milchsparte so. Aus irgendwelchen politischen Gründen wird etwas eingeführt und damit Wahlkampf gemacht (siehe Biogas, Wind und Sonne) - DAS brachte ja auch gute Wählerstimmen. Aber jetzt wird eben der Strom bisschen teurer und es wird eben Wahlkampf mit EEG gemacht. DAS ist leider die Realität."
Altilla antwortet: "Als Biogasler bist du Unternehmer, mit allen Risiken und Chancen. Das haben viele, die nur auf die feste Vergütung gesehen haben (auch Berater) völlig verpennt. Aber will man von Beamten oder Angestellten, die den Markt nur vom Hörensagen kennen, auch was anderes erwarten?" 

weitere interessante Themen der letzten Woche:

Riesenweizengras
https://agrarheute.landlive.de/boards/thread/58667/page/1/

HW80 oder doch lieber anderen Anhänger zum silo fahrn?
 
V-Mann unter Radikalen Tierschützern aufgeflogen
Auch interessant