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Wirtschaft

Rohstoffamt schätzt Flurschaden - Agrarminister weist Zahlen zurück

Externer Autor
am
25.01.2011

Melbourne - In Australien dürften die Überflutungen entlang der Ostküste die Agrarproduktion 2010/11 um umgerechnet mindestens 363 bis 436 Millionen Euro verringern. Das schätzt das staatliche Amt für Land- und Rohstoffwirtschaft (Abares) in einem Sonderbericht über die Folgen der Überflutungen von Anfang Januar.

Die Schätzung des staatlichen Amts für Land- und Forstwirtschaft (Abares) liegt weit unter früher veröffentlichten Zahlen von Banken und Analysten, die Schäden von bis zu 1,8 Milliarden Euro erwarteten.

Landwirtschaftsminister weist Schadensschätzung als zu gering zurück

Allerdings berücksichtigt das Rohstoffamt in seinem Bericht nur den Verlust an Erntegut und Nutztieren. Die Kosten für den Wiederaufbau beziehungsweise Ersatz von zerstörten Gebäuden, Einrichtungen und Maschinen werden auch nach Einschätzung des Abares deutlich höher ausfallen. Der Landwirtschaftsminister des Bundesstaates Victoria, Peter Walsh, wies die amtlichen Angaben dennoch als viel zu niedrig zurück. Der Minister bezifferte die Schäden allein für Victoria auf bis zu 1,5 Milliarden Euro.

Überflutung: Wintergetreide bereits weitgehend abgeerntet

Dem Abares zufolge litt vor allem die Produktion von Obst und Gemüse, Baumwolle und Sorghum im Süden von Queensland unter den Überschwemmungen. Die Regenfälle sollen zwischen 15 und 20 Prozent des mit Sorghum bestellten Areals in Queensland vernichtet haben. Ferner sollen rund sieben Prozent der australischen Baumwollanbaufläche zerstört sein. Das Wintergetreide war zum Zeitpunkt der schwersten Überflutungen hingegen bereits weitestgehend geerntet. Auch der Verlust an Nutztieren wird im Verhältnis zum gesamten Viehbestand als eher gering eingeschätzt. Die Milchabholung wurde teilweise unterbrochen. Am 15. Februar 2011 wird das Abares eine neue Ernteschätzung vorlegen. (aiz)

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