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Politik international

Rückgang der Agrareinkommen in den USA

von , am
13.01.2010

Washington - Das Nettoeinkommen der Landwirte in den Vereinigten Staaten ist 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 34,5 Prozent gesunken. Das geht aus einer Schätzung des Landwirtschaftsministeriums in Washington hervor.

© agrarfoto.com

Nach dem Rekordjahr 2008 soll demnach der Wert der Agrarproduktion um 11,6 Prozent auf 322,7 Milliarden US-Dollar (225,0 Milliarden Euro) geschrumpft sein. Für die pflanzliche Erzeugung wird ein wertmäßiger Rückgang um 10,0 Prozent auf 164,2 Milliarden US-Dollar (114,4 Milliarden Euro) veranschlagt. Um 16,0 Prozent auf 117,4 Milliarden US-Dollar (81,8 Milliarden Euro) soll der Wert der tierischen Produktion gefallen sein. Hinzu kommen Erlöse aus der Erbringung von Dienstleistungen in Land- und Forstwirtschaft.

Gleichzeitig erhöhten sich für die Farmer die Pacht- und Arbeitskosten spürbar, während andererseits für Betriebsmittel weniger aufgewandt werden musste. Die Verschuldung der landwirtschaftlichen Betriebe wird mit rund 239 Milliarden US-Dollar (167 Milliarden Euro) und damit gegenüber 2008 weitgehend unverändert angegeben. Besonders stark waren die Einkommenseinbußen im abgelaufenen Jahr bei den Milchviehhaltern, deren Einkommen nach dem Boomjahr 2008 kräftig absackte.

Ministerium rechnet mit Abnahme um mehr als ein Drittel

Den durchschnittlichen Rückgang der Erzeugererlöse gibt das Ministerium mit 32 Prozent an. Aber auch die Schweinehalter mussten deutliche Einbußen hinnehmen. Spürbare Erlösrückgänge hatten auch die Rindermäster zu verzeichnen. Dagegen zeigte die Einkommenskurve in der Geflügelwirtschaft teilweise wieder nach oben. Die Einkommenslage der Ackerbauern soll sich weniger schlecht entwickelt haben als die der Tierhalter. Große Ernten konnten hier den Preisrückgang an den Märkten teilweise abfedern.

Regional hohe Einbußen im Nordosten

Deutlich sind die regionalen Unterschiede in der Entwicklung der Agrareinkommen. So wird im Nordosten der USA, wo die Milcherzeugung ein wichtiges Standbein ist, im Landesvergleich mit den stärksten Rückgängen der Nettoeinkommen gerechnet. Am Unterlauf des Mississippi, wo Geflügelhaltung, Baumwoll- und Reisproduktion sowie Sonderkulturen vorherrschen, geht das Ministerium hingegen lediglich von Einbußen im einstelligen Prozentbereich aus.

Entwicklung der Haushaltseinkommen

Dass die Landwirtschaft allerdings bei weitem nicht für alle Betriebsinhaber die einzige Einkunftsquelle ist, verdeutlicht die geschätzte Entwicklung der Haushaltseinkommen: Diese sollen laut Angaben des Agrarministeriums in Washington mit durchschnittlich 76.065 US-Dollar (53.025 Euro) im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 3,5 Prozent gefallen sein. In diesem Wert gehen auch Einkünfte aus nicht-landwirtschaftlicher Tätigkeit ein. Diese sollen im Vergleich zum Vorjahr etwa konstant geblieben sein.

Subventionen leicht gestiegen

Das Haushaltseinkommen der Landwirte hatte dem Ministerium zufolge im Jahr 2008 mit 78.803 US-Dollar (54.943 Euro) um rund 15 Prozent über dem US-Durchschnitt gelegen. Trotz des Preisrückgangs an den Märkten sind die Stützungszahlungen aus Washington laut dem Bericht im abgelaufenen Kalenderjahr insgesamt gegenüber 2008 nur leicht gestiegen. Bei den Direktzahlungen wurde demnach eine Erhöhung um 2 Prozent auf 12,5 Milliarden US-Dollar (8,71 Milliarden Euro) registriert. Nicht berücksichtigt sind dabei allerdings stark erhöhte Zuwendungen des Staates für Ernteversicherungen, für die zuletzt rund 7,5 Milliarden US-Dollar (5,2 Milliarden Euro) aus dem Haushalt fällig wurden. (AgE)

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