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Umwelt

Rumpf: Landwirtschaft beim Vertragsklimaschutz einbinden

von , am
10.02.2012

Kiel - Landwirtschaftsministerin Dr. Juliane Rumpf hat ihre Vorstellungen für das neu entwickelte Modell eines Vertragsklimaschutzes gemeinsam mit der Landwirtschaft vorgestellt.

Dr. Juliane Rumpf, die schleswig-holsteinische Landwirtschaftsministerin. © Thomas Eisenkrätzer/Landwirtschaftsministerium Schleswig-Holstein
Dr. Juliane Rumpf sagte gestern in Kiel: "Im Rahmen der anstehenden Neuausrichtung der europäischen Agrarpolitik ab 2014 will ich eine Verbesserung der Klimabilanz landwirtschaftlicher Betriebe durch Effizienzsteigerung unterstützen. Die Verhandlungen zur künftigen Agrarpolitik befinden sich in Brüssel in der entscheidenden Phase. Daher ist jetzt der richtige Zeitpunkt, meine Vorschläge in die Diskussion einzubringen."
 
Nach Angaben Frau Rumpfs verursacht die deutsche Landwirtschaft rund 13 Prozent der jährlich hierzulande anfallenden Treibhausgase. Im Gegensatz zur industriellen Produktion lassen sich in den landwirtschaftlichen Produktionssystemen zwar nicht alle Emissionen vermeiden, aber in den meisten landwirtschaftlichen Betrieben seien noch deutliche Treibhausgaseinsparungen zu erzielen.

Zukunftsweisende Ansätze im Blick

Dabei hat die Ministerin einen möglichst umfassenden Ansatz im Blick: "Grundsätzlich sollen aus Gründen der Kosteneffizienz künftige Fördermaßnahmen so ausgerichtet und ausgestaltet werden, dass möglichst viele Synergien für den Klima-, Gewässer-, Boden- und Naturschutz erreichbar sind", erläuterte sie. Die Maßnahmen sollten darüber hinaus anhand ihres Minderungspotenzials und an ihrer Kosteneffizienz auszurichten sein.
Im Vordergrund stehen nach Juliane Rumpfs Vorstellungen Maßnahmen wie die
  • Neuanlage von Grünland auf bisher ackerbaulich genutzten Moorstandorten, da Moore auf kleiner Fläche bei Ackernutzung hohe Treibhausgasemissionen aufweisen;
  • effizientere Gestaltung der Stickstoffdüngung, zum Beispiel durch bessere Ausnutzung wirtschaftseigener Düngemittel und Einhaltung längerer Sperrfristen;
  • die Anlage von Kurzumtriebsplantagen zur Energieholzgewinnung auf Grenzertragsstandorten;
  • der Anbau von Futterleguminosen, wobei sich als Zusatzeffekt auch eine Verringerung der Eiweißimporte aus Übersee erreichen ließe;
  • die gasdichte Abdeckung von Güllebehältern in Verbindung mit der Erweiterung der Lagerkapazität für flüssige organische Düngemittel auf mindestens neun Monate sowie
  •  die Einführung eines Klima- und Energiechecks auf landwirtschaftlichen Betrieben.
Die Landwirtschaftsministerin betonte, dieser umfassende Ansatz solle bewusst viele Handlungsfelder eröffnen, zugleich ein notwendiges Maß an Flexibilität gewährleisten und nicht zuletzt die Landwirte einbinden: "Wir wollen unsere Maßnahmen zusammen mit den Landwirten umsetzen und sie für sinnvolle, aber zurzeit noch nicht konkurrenzfähige Umgestaltungen gewinnen." Sie werde noch in diesem Monat in Brüssel für das neue Modell eines Vertragsklimaschutzes mit der Landwirtschaft werben, kündigte die Ministerin an.

Klimaschutzbeitrag weiter steigern

Der Vertragsklimaschutz sei ein weiterer wichtiger und innovativer Baustein zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel insgesamt. Hier habe sich die Landesregierung mit der Vorstellung des Integrierten Energie- und Klimakonzepts (IEKK) sowie dem Fahrplan zur Anpassung an den Klimawandel erst kürzlich erneut deutlich positioniert. Landwirtschaftsministerin Rumpf betonte, dass die Landwirtschaft schon seit Jahrhunderten mit Klimaveränderungen lebe. Daher komme der Landwirtschaft bei der Diskussion um Maßnahmen zum Klimaschutz auch eine zentrale Rolle zu. "Auf der einen Seite wird sich die Landwirtschaft auf geänderte Klimabedingungen einstellen müssen, auf der anderen Seite kann die Landwirtschaft durch angepasste und weiterentwickelte Produktionsweisen noch wertvolle Beiträge zum Schutz unseres Klimas leisten", zeigte sich Frau Rumpf zuversichtlich.
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