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Umwelt

Rund 48.000 Bienenvölker in der Schweiz verloren

von , am
21.05.2010

Bern - Laut der jüngsten Befragung, an der sich landesweit 653 Imker beteiligten, haben hochgerechnet fast 22 Prozent aller Bienenvölker bei den rund 18.000 registrierten Schweizer Imkern den Winter 2009/10 nicht überlebt.

Dazu kommen der Erhebung zufolge etwa acht Prozent der Völker, die so geschwächt wurden, dass sie nicht überlebensfähig sind. Demnach beklagt die Schweizer Imkerei nach Angaben des Vereins deutschschweizerischer und rätoromanischer Bienenfreunde (VDRB) einen Verlust von fast 30 Prozent aller Bienen, was rund 48.000 Bienenvölkern entspricht.

Der finanzielle Verlust wird auf umgerechnet rund sieben Millionen Euro beziffert. Der ökologische Verlust wiege um ein Vielfaches schwerer, betonte der VDRB. Die hohen Verlustzahlen setzten den traurigen Trend der letzten Jahre fort. Nur der Winter 2008/09 habe eine kleine Ausnahme gemacht.

Fast jeder fünfte Bienenhalter ist betroffen 

Besonders besorgniserregend sei, dass lediglich noch 19 Prozent aller Imker von Bienenverlusten verschont geblieben seien. Vor vier Jahren habe ihr Anteil noch 37 Prozent betragen. Auf der anderen Seite steige auch die Zahl der Imker, die den Verlust der Hälfte ihrer Völker bis hin zum Totalverlust zu beklagen hätten. Diesen Winter habe fast jeder fünfte Bienenhalter zu dieser Kategorie gehört, vor vier Jahren seien es "nur" etwa 14 Prozent gewesen.

Das Bienensterben gibt Rätsel auf

"Es ist allerhöchste Zeit, dass wir in der Prävention und Beratung von Bienenkrankheiten professionelle Strukturen schaffen und den schweizerischen Bienengesundheitsdienst möglichst schnell realisieren. Sonst sieht es für unsere Bienen nicht gut aus", resümierte VDRB-Präsident Richard Wyss. Trotz aller wissenschaftlichen Bemühungen sei das Rätsel des anhaltenden Bienensterbens noch immer nicht restlos geklärt. Sicher erscheint mittlerweile nach Darstellung des Vereins, dass die Varroamilbe die Hauptverantwortung trägt. Zum Kollaps der Bienenvölker führe aber nicht nur ihre direkte Schädigung durch diese Milbe, sondern auch die damit verbundene Übertragung von Virenkrankheiten. (AgE)

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