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Ernährung und Gesundheit

Russen lassen Schweinezuchtbetrieb für 92 Millionen Euro bauen

Externer Autor ,
am
21.01.2010

Berlin - In der Russland-Halle wurde ein weiterer Millionendeal über 92 Millionen Euro für den Bau eines Scheinezuchtbetriebs abgeschlossen. Außerdem wurde heute die 30millionste Besucherin der Grünen Woche begrüßt.

Riesentorte für die 30millionste Besucherin © WB

Auf der Internationalen Grünen Woche haben der Gouverneur der Region Tver, Dimitri Zelenin, und der Direktor des privaten russische Landwirtschaftsunternehmens Agrico einen Vertrag über den Bau eines Schweinezuchtbetriebes einschließlich einer Futter- und einer Fleischverarbeitungsfabrik geschlossen. Das Investitionsvolumen beträgt rund 92 Millionen Euro, teilte das Unternehmen mit. Mit dem Komplex, der jährlich 27.000 Tonnen Fleisch produzieren soll, entstehen 170 Arbeitsplätze. Für Russland ist die Messe ein wichtiger Treffpunkt mit potenziellen Investoren. Insgesamt bieten zehn Gebiete aus fünf föderalen Bezirken Russlands auf der Grünen Woche 144 vom Landwirtschaftsministerium befürwortete Investitionsprojekte mit einem erforderlichen Kreditvolumen von 96,58 Milliarden Rubeln (rund 2,28 Milliarden Euro) an. (Halle 3.2)

30.000.000. Besucherin erhält lebenslänglich Freikarte

Mandy Scholz aus Königshorst (Brandenburg) ist die 30.000.000. Besucherin in der Geschichte der Grünen Woche, die in diesem Jahr zum 75. Mal in den Messehallen am Funkturm stattfindet. Die 25jährige Koordinatorin einer beruflichen Schule in Potsdam wurde vom Vorsitzenden der Geschäftsführung der Messe Berlin, Raimund Hosch, begrüßt und in der Länderhalle: Deutschland empfangen. Sie erhielt neben einer lebenslangen Freikarte für die Grüne Woche einen Kurzurlaub für zwei Personen im Ringhotel Paulsen im niedersächsischen Zeven und zahlreiche Spezialitäten aus allen Bundesländern. Mandy Scholz, die im Mai eine Tochter erwartet, kam mit ihrem Lebensgefährten zum ersten Mal auf die Grüne Woche. Zum Besuch hatte man sich ganz spontan entschieden und wollte „ganz ruhig und entspannt“ über die Messe bummeln, wo sich die Jubilarin besonders für die Brandenburg-Halle interessierte. Zur Feier des Tages hatten die Berliner Bäcker-Innung und die Konditorenmeister Manfred Podlesny und Tobias Menge eine 40 Kilogramm schwere, mit rosa Marzipanschweinchen verzierte Torte gebacken. Zur Verarbeitung von 15 Kilo Marzipan, zehn Kilo Champagner-Trüffel, fünf Kilo Vanille-Creme und zehn Kilo Wiener Böden brauchten sie zwei Tage. In 20 Minuten hatten die Messebesucher das Kunstwerk verzehrt.

Ländertag Berlin: Landwirtschaft in Zeiten des Klimawandels

Seinen ländlichen Charme konnte das Straßendorf Gatow im Bezirk Spandau bis heute erhalten. Aktive Landwirtschaftsbetriebe sowie die Havel mit ihren Uferwiesen prägen den Ort. Als Dorf in der Großstadt wird Gatow von seinen zahlreichen Gruppen und Vereinen, von der Freiwilligen Feuerwehr bis zum Landschaftspflegeverband, getragen. Sie werden sich und den Ort mit seinen kulturellen Schätzen und Erholungsmöglichkeiten unter dem Motto „Gatow … natürlich!“ am Länderstand Berlin darstellen. Der Ländertag Berlin am 22. Januar wird von Dr. Benjamin-Immanuel Hoff, Staatssekretär für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz eröffnet. Thematisch geht es vorwiegend um die Folgen des Klimawandels und die Landwirtschaft in Zeiten des Klimawandels. (Gemeinschaftsschau "LebensTraum Dorf", Halle 21b)

Berlin-Brandenburger Wald geht es besser

Brandenburgs Forstministerin Jutta Lieske und die Berliner Staatssekretärin für Stadtentwicklung, Maria Krautzberger, stellten auf der Grünen Woche die wichtigsten Ergebnisse der Waldzustands-Erfassung 2009 für die Bundesländer Brandenburg und Berlin vor. Danach ist der Kronenzustand – ein Kriterium zur Einschätzung der Vitalität der Bäume – der beste seit Beginn der Erhebung im Jahr 1991. Auch der Holzvorrat ist weiter gestiegen. Über zwei Drittel der Waldfläche sind laut aktuellem Bericht ohne Schäden. Dieses Ergebnis wird jedoch durch den guten Kronenzustand der Kiefer in Brandenburg dominiert und stellt sich zwischen den Bundesländern und auch zwischen den Baumarten differenzierter dar. In Brandenburg wurden 2009 nur sechs Prozent der Waldfläche mit deutlichen Schäden aufgenommen. Das ist sehr viel weniger Fläche als im Jahr zuvor. Der Anteil ungeschädigter Waldfläche liegt gegenwärtig bei 69 Prozent, während dieser Anteil in den Vorjahren nur etwa ein Drittel betrug. In Berlin gab es 2009 für den Gesamtbestand gegenüber 2008 keine Veränderungen. Der Trend in Richtung leichte Verbesserungen hält seit 2004 an.

Vielseitiger nachwachsender Rohstoff "Holz"

Neben den Ausstellern aus den Bereichen der Forst- und Holzwirtschaft zeigen vor allem Handwerker, wie vielseitig und wertvoll der Rohstoff Holz ist. Berliner Zimmermannsgesellen demonstrieren ihr Können. Wie schnell aus einen Baum Bretter werden, zeigt ein mobiles Sägewerk. Josef Kucera führt am Gemeinschaftsstand der Verbände wie dem Deutschen Forstwirtschaftsrat, dem Deutschen Holzwirtschaftsrat, der Versicherungsstelle Deutscher Wald und der AGDW vor, dass man auch mit einer Kettensäge kleine Kunstwerke schaffen kann. Beim Wippdrechseln mit Dag Wixforth wird dagegen wie noch vor 100 Jahren mit reiner Muskelkraft gearbeitet. Insgesamt wird deutlich, wie vielseitig der nachwachsende und ökologische Rohstoff Holz ist. Die Palette der Produkte reicht dabei vom praktischen  Bürostuhl, Haushaltsartikeln, edlem Schmuck und Baustoff über Holzbearbeitungswerkzeuge bis zum Holz als Energieträger. (Halle 4.2 im Rahmen der Fachschau für nachwachsende Rohstoffe nature.tec)

Tierärzte ohne Grenzen helfen Milchbauern in Ostafrika

In vielen Ländern Afrikas gibt es keine Milchindustrie oder eine funktionierende Milchverarbeitung. Zudem ist die Milch dort nach hygienischen Gesichtspunkten nicht unbedenklich, weil oft das Wissen fehlt, wie Milch hygienisch abgefüllt und transportiert werden kann. Die Versorgung mit hochwertiger und hygienisch einwandfreier Milch zu gewährleisten und dadurch die Ernährungs- und Einkommenssituation der Menschen mit speziellen Schulungen zu verbessern, ist eines der Ziele von Tierärzten ohne Grenzen e.V. Der Verein engagiert sich seit 1991 für Menschen in Ostafrika, die von der Tierhaltung leben. (Halle 26, Stand 106)

Auszug aus dem Tagesprogramm am Freitag, 22. Januar:

  • 10:00 – 20:00 Uhr Bundesschau Landschafe. Ort: Halle 25 / Ring
  • 11:00 – 13:00 Uhr Ländertag Berlin - MOTTO: "Heute Gatow live" Moderation: Uli Zelle Ort: Halle 21b
  • 12:15 Uhr Podiumsdiskussion: "Wir können die Welt ernähren". Teilnehmer am Gespräch sind u.a. Gerd Sonnleitner, Präsident, DBV. Ort: ErlebnisBauernhof, Halle 3.2
  • 13:00 Uhr DBV-Politiktalk: Landwirtschaft zwischen Weltmarkt und Regionalvermarktung – wie sieht es die Politik? Ort: Bühne ErlebnisBauernhof, Halle 3.2
  • 14:00 Uhr Podiumsdiskussion "Sicherung der Umwelt und der Ernährung: Zukunftsaufgaben der Gemeinsamen Agrarpolitik". Ort: Halle 23a
  • 15:45 Uhr Präsentation der Preisträger des Förderpreises Ökologischer Landbau 2010 Ort: Halle 23a (pd)
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