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Wirtschaft

Russische Fleischbranche nutzt Exportpotential nicht

AgE
am
12.06.2013

Moskau - Der russische Föderale Aufsichtsdienst für Tier- und Pflanzengesundheit hat festgestellt, dass die heimische Fleischbranche die neu gewonnen Exportmöglichkeiten in die EU nicht nutzt.

Der russische Föderale Aufsichtsdienst für Tier- und Pflanzengesundheit Rosselkhoznadzor führte den nicht zustande gekommenen Handel in erster Linie auf die Passivität der potentiellen Exporteure zurück. Russland war nach langen Verhandlungen kurz vor dem Jahreswechsel 2012/13 von der EU ins Verzeichnis der lieferberechtigten Drittstaaten aufgenommen worden, und zwar für Geflügelfleisch und daraus hergestellte Produkte sowie für Eier. Seitdem sind jedoch nur zwei Hersteller von Eierprodukten, die nach Tschechien und Litauen liefern, offiziell als Exportbetriebe registriert worden. Nach Angaben von Rosselkhoznadzor wird praktisch auch kein Gebrauch von der Möglichkeit gemacht, erhitzte Rind- und Schweinefleischerzeugnisse unter Einhaltung bestimmter Auflagen aus der Exklaveprovinz Kaliningrad in die Gemeinschaft zu verbringen.
 

Behörde gibt Betriebe zum Export frei

Mittlerweile hat die russische Aufsichtsbehörde vier Kaliningrader Fleischbetriebe hinsichtlich der von der EU vorgeschriebenen Produktionsanforderungen überprüft und für den Export freigegeben. Insgesamt sind laut Rosselkhoznadzor 497 russische Betriebe für die Ausfuhr von tierischen Produkten in die EU zugelassen; mit 403 Unternehmen gehört der Großteil davon der Fischwirtschaft an. Auf der Liste befinden sich zudem 13 Betriebe der russischen Molkereiwirtschaft, die ihre Erzeugnisse grundsätzlich seit 2005 auf dem EU-Markt absetzen dürfen.
 
Vom Recht auf die Transitbeförderung lebender Rinder aus der Provinz Kaliningrad über die Territorien der EU-Länder machen russische Händler Rosselkhoznadzor zufolge ebenfalls praktisch keinen Gebrauch. Ende 2012 seien die Transitbedingungen sogar noch einmal erleichtert und im Mai eine entsprechend ausgerüstete Abfertigungsstelle für lebende Tiere auf der litauischen Seite des Grenzübergangs Kibartai/Nesterowo eröffnet worden; doch habe die russische Seite mit den erforderlichen Baumaßnahmen noch nicht mal begonnen, beklagte Rosselkhoznadzor.
 
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