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Wirtschaft

Russische Fleischereien kritisieren Barrieren zum EU-Binnenmarkt

Externer Autor ,
am
05.08.2010

Moskau - Die russischen Fleischproduzenten bemühen sich weiterhin um einen besseren Zugang zum EU-Binnenmarkt, der ihnen ihrer Einschätzung nach ohne Grund zu oft verschlossen bleibt.

© Dmitry Nikolaev/Fotolia

Wie der Moskauer Analysen- und Informationsdienst RosBusinessConsulting weiter mitteilte, geht das aus einer Petition hervor, die zwei Branchenverbände und eine Reihe von Fleischverarbeitern kürzlich an das Parlament in Brüssel gerichtet haben. Darin monierten die Verfasser, dass viele Betriebe trotz der freiwilligen Einhaltung der EU-Auflagen keine Liefergenehmigungen erhielten.

Derzeit dürften insgesamt nur zehn russische Unternehmen tierische Produkte, ausschließlich Hirschfleisch sowie Molkereierzeugnisse, in die EU ausführen. Dem stünden fast 4.500 Exporteure gegenüber, die tierische Erzeugnisse aus der Gemeinschaft nach Russland lieferten.

Auflagen nicht erfüllt 

Alexej Alexejenko vom Moskauer Aufsichtsdienst für Tier- und Pflanzengesundheit betonte, in den zurückliegenden vier bis fünf Jahren seien die an Exporten interessierten russischen Fleischverarbeiter von EU-Fachleuten regelmäßig begutachtet worden. Festgestellt worden sei, dass die Betriebe die Auflagen nicht erfüllten. Als merkwürdig bewertete Alexejenko, dass es sich dabei auch um Unternehmen handle, die von deutschen, dänischen oder italienischen Investoren in Russland errichtet worden seien. Die EU versperre damit ihren Markt für Produkte, die nach europäischen Technologien unter Einhaltung sämtlicher Qualitätsstandards hergestellt würden.

Fleischproduktion steigt um rund acht Prozent

Die Fleischerzeugung in Russland belief sich laut Mitteilung des Föderalen Statistischen Dienstes in Moskau in den ersten sechs Monaten dieses Jahres auf insgesamt rund 4,4 Millionen Tonnen Lebendgewicht. Das waren 8,3 Prozent mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres. Gleichzeitig legte die Produktion von Eiern um 4,1 Prozent auf 20,3 Milliarden Stück zu. Die Milcherzeugung blieb nahezu unverändert auf dem Wert von 15,9 Millionen Tonnen.

Mehr Schweine und weniger Rinder

Den Statistikern zufolge verringerte sich der landesweite Rinderbestand in den zwölf Monaten bis Ende Juni dieses Jahres um 2,2 Prozent auf etwa 21,7 Millionen Tiere. Davon waren ungefähr 9,0 Millionen Tiere Milchkühe, 1,4 Prozent weniger als Ende Juni 2009. Während auch die Zahl der gehaltenen Schafe und Ziegen im Vorjahresvergleich um etwa 1,1 Prozent auf landesweit 24,6 Millionen zurückging, registrierte die Behörde Ende Juni eine Vergrößerung der russischen Schweinebestände um 1,8 Prozent auf 18,6 Millionen Tiere.

Weniger Getreide angebaut

Wie die Statistiker ergänzten, fiel die landesweite Anbaufläche von Getreide einschließlich Hülsenfrüchte zur diesjährigen Ernte mit rund 43,6 Millionen Hektar ungefähr 8,9 Prozent kleiner aus als im Vorjahr. Dagegen weiteten die russischen Landwirte ihr Produktionsareal für Sonnenblumen und Zuckerrüben um 16,4 Prozent auf 7,2 Millionen Hektar beziehungsweise um 41,0 Prozent auf 1,2 Millionen Hektar aus. Daneben wurde laut Angaben der Behörde auch die Anbaufläche von Gemüse um 2,0 Prozent auf 0,7 Millionen Hektar ausgedehnt, während Kartoffeln wie schon im vergangenen Jahr auf 2,2 Millionen Hektar angebaut wurden. (AgE)

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