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Politik international

Russland erschwert Einfuhren von Geflügel- und Schweinefleisch

von , am
04.12.2009

Minsk/Moskau - Im kommenden Jahr darf nach Russland deutlich weniger Geflügelfleisch zu vergünstigten Konditionen eingeführt werden als heuer.

© Sergey A. Pristyazhnyuk/fotolia

Das jetzt festgelegte Tarifkontingent beläuft sich auf 780.000 Tonnen, während es für 2009 noch 952.000 Tonnen waren. In einem geringeren Maß, von 531.900 auf 500.000 Tonnen, ist zugleich das Tarifkontingent für Schweinefleisch reduziert worden. Gleichzeitig wurde das Kontingent für am russischen Markt immer noch knappes gefrorenes Rindfleisch um 80.000 auf 530.000 Tonnen aufgestockt. Mit 30.000 Tonnen dürfen nach Russland auch um 500 Tonnen mehr frisches und gekühltes Rindfleisch importiert werden als 2009.

Erstmals sind die neuen Tarifkontingente nicht von der Regierung in Moskau beschlossen worden, sondern von einer Kommission der innerhalb der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft (EAWG) ins Leben gerufenen Zollunion. Deren formelle Gründung wurde Ende November in Minsk von den Staatspräsidenten Russlands sowie Weißrusslands und Kasachstans, Dmitrij Medwedew, Alexander Lukaschenko und Nursultan Nasarbajew, besiegelt. Ab Jänner 2010 haben aller drei Länder vereinheitlichte Zolltarife anzuwenden, ab Juli 2010 sollen sie dann ein gemeinsames Zollterritorium bilden.

Die Staatsoberhäupter der beiden weiteren EAWG-Vollmitglieder Kirgisien und Tadschikistan haben erklärt, ihre Länder wollten der Zollunion künftig beitreten. Auch für die weißrussischen und kasachischen Fleischeinfuhren legte die Zollunionskommission tarifliche Schranken fest. Weißrussland darf beispielsweise einen niedrigen Einfuhrzoll für den Bezug aus Drittländern von lediglich 30.000 Tonnen Schweinefleisch anwenden. In Russland sollen außerdem die Importe von Schlachtschweinen ab 2010 erschwert werden. Die landwirtschaftlichen Organisationen hatten diese von der Kontingentierung ausgenommenen Geschäfte als Schlupfloch für den billigen Bezug von Fleisch scharf kritisiert. (pd)

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