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Wirtschaft

Russland: Importverbot von EU-Fleisch bleibt bestehen

pd
am
07.02.2014

Russland rückt nicht vom Einfuhrstopp von EU-Schweinefleisch ab. Mindestens zwei Monate noch soll das Importverbot für die gesamte Union gelten. Der Schweinemarkt ist verunsichert, die Preise unter Druck.

Noch mindestens zwei Monate solle es dauern, bis das Einfuhrverbot von Schweinefleisch aus der EU aufgehoben werden könne, erklärte der Leiter des russischen Aufsichtsdienstes für Tier- und Pflanzengesundheit. Die EU hatte zuvor an Russland appelliert, das verhängte Importverbot nur auf Litauen zu beschränken, da die Afrikanische Schweinepest ausschließlich dort aufgetreten ist. Aus russischer Sicht könne die Sicherheit nicht gewährleistet werden, heißt es.
 
Allerdings räumte Russland ein, dass das Risiko nicht in allen EU-Staaten gleich und deshalb grundsätzlich eine Regionalisierung der Importe möglich sei. Dazu brauche es aber noch detaillierte Informationen aus Brüssel zu den Risiken in den einzelnen Ländern.

Markt verunsichert, Preise unter Druck

Das russische Importverbot hat den EU-Schlachtschweinemarkt verunsichert und einen Preisdruck ausgelöst. Die Reaktion von Schlachtunternehmen auf dem deutschen Schlachtschweinemarkt verschärfe aktuell die Lage, berichtet der Interessensverband der deutschen Schweinehalter (ISN). Insbesondere Danish Crown übe in Deutschland massiv Druck auf den Preis aus und drohe Hauspreise an, sollte die Notierung nicht auf das gewünschte Preisniveau von 1,48 Euro sinken. Allerdings konnte die vom Importverbot stark betroffene Exportnation Dänemark den Preis stabil halten. Aktuell werden nach Einschätzung der ISN etwa die Hälfte der nach Russland exportierten Mengen ohnehin schon weniger geschlachtet.

ISN: 'Reine Panikmache'

Bei den Ausfuhren nach Russland handelte es sich in erster Linie um Verarbeitungsware und Nebenprodukte, erklärt der Schweinhalterverband ISN. Auf die Nachfrage für die wertvolleren Teilstücke habe Russland daher keinerlei Einfluss. Es liege nun an den Marktteilnehmern, mit Umsicht zu einer realistischen Einschätzung der Markt-Auswirkungen des Exportstopps für die EU zu kommen.
 
Reine Panikmache der roten Seite und massiver Druck auf den Preis ohne Berücksichtigung der aktuellen Situation am Lebendmarkt entspricht aus Sicht der ISN keiner solchen Einschätzung.
 

Ausbreitung der Seuche verhindern

Auch Bundeslandwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat gestern vor einer Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest nach Deutschland gewarnt. "Wir müssen verhindern, dass diese Seuche nach Deutschland kommt." Der Bauernverband hatte die Landwirte bereits aufgerufen, vorzubeugen und ihre Betriebe zu schützen. Nur unbedingt notwendige Besucher wie Tierärzte sollten derzeit in die Schweineställe gelassen werden.
 
 
"Gerade im Zusammenhang mit den Olympischen Winterspielen in Sotschi bitten wir um höchste Aufmerksamkeit, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern", sagte Georg Wimmer, stellvertretender Generalsekretär des Bayerischen Bauernverbandes. "Hier sind nicht nur Landwirte, sondern alle Personen mit Kontakten nach Osteuropa gefordert." Nach Aussage des Bundesforschungsinstitutes für Tiergesundheit (Friedrich-Löffler-Insitut FLI) sei das Virus enorm überlebensfähig und könnte zum Beispiel über Transportfahrzeuge, die aus betroffenen Regionen zurückkehren, weiter verbreitet werden. Doch auch Produkte aus nicht durchgegartem Fleisch infizierter Schweine könnten die Krankheit übertragen. In Fleisch- und Wurstwaren halte sich das Virus über Wochen und Monate.
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