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Wirtschaft

Russland: Kaum noch Getreide für den Export

Externer Autor
am
02.11.2012

Obgleich die Russen gerade 120.000 Tonnen Weizen nach Ägypten verkauft haben, schrumpft das Exportkontingent. Schuld sind nicht nur die steigenden Preisen am russischen Binnenmarkt.

Die russischen Analysen von SovEcon haben ihre Prognose für die Weizenernte jetzt von 38 Millionen (Mio. t.) auf 37,5 Mio. t. gesenkt. Damit liegen SovEcon unter den Schätzungen des USDA, die von 38 Mio. t ausgehen. Im Vorjahr ernteten die russischen Landwirte 56 Mio. t Weizen. Diese Woche meldete SovEcon zudem, dass die Weizenpreise am russischen Binnenmarkt (trotz der Interventionsverkäufe) weiter steigen. Brotweizen der Klasse 3 kostete durchschnittlich 9.900 Rubel pro Tonne (316 US-Doller pro Tonne oder 243 Euro pro Tonne) und Futterweizen wurde für 9.450 Rubel/t (302 USD/t oder 231 Euro/t) gehandelt. Seit Juli sind die Preise bis zu 60 Prozent gestiegen.

Exportpotential bald ausgeschöpft

Zwischen 1. Juli und 1. November exportierte Russland insgesamt 10,3 Mio. t Getreide berichtete die russische Vereinigung der Getreideproduzenten diesen Donnerstag. Davon waren 8,2 Mio. t Weizen und damit fast so viel (9 Mio. t) wie das USDA für das gesamte Wirtschaftsjahr geschätzt hat. Darüber hinaus wurden 1,4 Mio. t Gerste exportiert und 500.000 t Mais. Im Oktober lagen die Gesamtausfuhren bei 2,3 Mio. t und im September bei 3,2 Mio. t. Das Ausfuhrvolumen schrumpft also immer weiter zusammen.

Ausfuhren im November bei 1,5 Mio. t

Für November rechnet die Getreideunion noch mit einer Ausfuhrmenge von 1,5 Mio. t Getreide. Die Analysten von SovEcon erwarten im November allenfalls noch Ausfuhren von 1,2 bis 1,5 Mio. t. Das Landwirtschaftsministerium rechnet für das gesamte Wirtschaftsjahr mit Exporten von 10 bis 12 Mio. t Getreide. Im letzten Jahr hatten die Russen allein 22 Mio. t Weizen und 3,6 Mio. t Gerste exportiert.

Bestände kräftig abgebaut

Neben der kleinen Ernte und den hohen Preisen schränken auch die geschrumpften Lagerbestände die Möglichkeiten weitere Exporte ein. Mitte Oktober meldete das russische Statistikamt Getreidebestände von 35,8 Mio. t. Das waren 26 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Davon lagerten in den Landwirtschaftsbetrieben 21,8 Mio. t und damit 28 Prozent weniger als im letzten Jahr und bei Händlern und Verarbeitern befanden sich 14 Mio. t, ein Minus von 23 Prozent.
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