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Wirtschaft

Russland plant Wiedereinstieg in den Zuckerexport

AgE
am
07.09.2011

Moskau - Russland will 2011/2012 erstmals seit Jahren wieder Zucker exportieren. Dazu soll die Anbaufläche für Zuckerrüben auf 1,3 Millionen Hektar ausgedehnt werden.

Die bereits 2010 deutlich vergrößerte Anbaufläche für Zuckerrüben steigt damit um weitere 11,2 Prozent. Zudem sollen niedrigere Zuckerpreise am Binnenmarkt gezahlt werden. Die Branchenorganisation Sojusrossachar rechnet mit Ausfuhren in Höhe von rund 400.000 Tonnen in den kommenden sechs Monaten. Im August seien schon Verträge für Zuckerexporte nach Tadschikistan und Kirgisien geschlossen worden, berichtete der Verband.
 
Neben den zentralasiatischen Republiken solle das Produkt auch für die Märkte in den benachbarten osteuropäischen Ländern wettbewerbsfähig sein. Sojusrossachar lobte die in den vergangenen Jahren von der Moskauer Regierung unternommenen Maßnahmen, Anreize für die heimische Zuckerproduktion zu schaffen und Einfuhrbeschränkungen zu erteilen. Jedoch beklagte der Verband die Folgen aus dem Umbau der staatlichen Eisenbahngesellschaft RZD als ein erhebliches Hindernis für den Ausbau der Zuckerexporte. Der neue Eigentümer der Spezialwaggongs hatte sich geweigert, diese für Zuckertransporte bereitzustellen. Eine im Frühjahr 2011 beim nationalen Antimonopoldienst eingereichte Klage habe noch keine Wirkung erzielt, so Sojusrossachar.

Sinkende Zuckerpreise

Unterdessen bestätigte das Moskauer Forschungsinstitut für Agrarmarktkonjunktur (IKAR) die Voraussetzungen für Zuckerexporte in diesem Wirtschaftsjahr. Demnach reagierte der Markt auf den zu erwarteten Produktionszuwachs schon vor dem Beginn der Verarbeitungssaison mit einer deutlichen Absenkung der Großhandelspreise für Zucker. IKAR-Experten gehen davon aus, dass eine weitere Abwärtsbewegung der Zuckerpreise Verkäufe an einst traditionelle Abnehmer wie Afghanistan beleben könnte. Sollte dabei die Grenze von 20 Rubel je Kilo (Rbl/kg) (47,9 Cent) oder sogar 19 Rbl/kg (45,5 Cent) unterschritten werden, würde der russische Rübenzucker eines der billigsten Produkte im gesamten Raum von Polen bis China werden. In diesem Fall seien dann auch Exporte in „ganz unterwartete Richtungen“ möglich, beispielsweise in die EU, trotz der dort bestehenden Importeinschränkungen.
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