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Wirtschaft

Russland: Verkauf von Interventionsgetreide

AgE
am
08.10.2012

Moskau - Russland reagiert auf die steigenden Getreidepreise. Um die Versorgung zu sichern, soll in Kürze der Verkauf von Interventionsgetreide beginnen.

In Russland soll der Verkauf von Interventionsgetreide in Kürze anlaufen. Das hat Ministerpräsident Dmitrij Medwedew am vergangenen Donnerstag bekanntgegeben. Medwedews Stellvertreter Arkadij Dworkowitsch teilte nach der Kabinettssitzung vor Journalisten mit, dass mit dem Verkauf von Weizen in ausgewählten Regionen Sibiriens zur Versorgung der dortigen Mühlen- und Mischfutterwirtschaft begonnen werde.

Dem steigenden Getreidepreisen entgegenwirken

Zwei Tage zuvor hatte Staatspräsident Wladimir Putin die Regierung dazu aufgerufen, auf die steigenden Getreidepreise zu reagieren. Unterdessen bestätigte Dworkowitsch gegenüber der Regierungszeitung "Rossijskaja Gazeta", dass ausreichende Getreidebestände für einen solchen Markteingriff vorhandenen seien.
Am Dienstag voriger Woche hatte das Landwirtschaftsministerium bereits seine Vorstellungen zum Verkauf von Interventionsgetreide unterbreitet. Dem stellvertretenden Ressortchef Ilja Schestakow zufolge sollen demnach aus staatlichen Beständen 500.000 Tonnen Brotweizen mittlerer Qualität in den östlichen Föderationsbezirken Ural, Sibirien und Ferner Osten abgegeben werden.

Die Preise auf neuem Rekordniveau

Die Empfehlung des Ministeriums für den Startpreis liegt bei 7.500 Rubel pro Tonne (Rbl/t) (187 Euro). Gegen Ende September markierten die Preise für Brotweizen mittlerer und einfacher Qualität in Russland laut des nationalen Consulting- und Forschungszentrums für Agrarökonomie (Sovecon) mit jeweils 9.625 Rbl/t (240 Euro) im Landesdurchschnitt ein neues Rekordniveau. Dabei zogen die Preise allein in der letzten Septemberwoche um 10 Prozent an. Die bisherigen Höchstpreise im Landesmittel waren im April 2008 mit 9.300 Rbl/t (232 Euro) für mittlere und 8.925 Rbl/t (222 Euro) für einfache Weizenqualitäten verzeichnet worden.
 
Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums befanden sich im Interventionsfonds zuletzt noch etwa 4,8 Millionen Tonnen (Mio t) Getreide, darunter 3,15 Mio t Brotweizen mittlerer und 1,07 Mio t Brotweizen einfacher Qualität sowie 188.400 t Brotroggen, 159 800 t Futterweizen und 205 700 t Futtergerste. 
 Der Umrechnungskurs: 100 Rbl = 2,4900 Euro
 
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