Login
Wirtschaft

Russland: (Vorerst) keine Intervention am Getreidemarkt

lid/pd
am
14.08.2012

Moskau - Die russische Regierung geht davon aus, dass der Eigenbedarf an Getreide mit der aktuellen Ernte gedeckt werden kann. Deswegen will sie vorerst auf Eingriffe im heimischen Markt verzichten.

Der russische Agrar-und Ernährungsminister Arkadij Dworkowitsch versicherte, dass zurzeit weder eine Beschränkung der Getreide-Ausfuhr noch sonstige Eingriffe in den Getreidemarkt durch die russische Regierung geplant sei. Dworkowitsch betonte außerdem, dass es nicht Ziel der Regierung sei, die Getreidepreise in die Höhe schnellen zu lassen.

Getreideernte: Vorläufige Schätzung bei 75 bis 80 Millionen Tonnen

Auch in Russland haben sich die Preise für Getreide im Zuge der globalen Situation erhöht, sind zurzeit allerdings stabil, berichtet Agrar Europe. Die Schätzung der diesjährigen Getreideernte beläuft sich nach Aussagen Dworkowitsch nach wie vor auf 75 bis 80 Millionen Tonnen gegenüber 94 Millionen Tonnen im Jahr davor. Die Prognose ist allerdings vorläufig, da die Ernte in Sibirien gerade erst begonnen hat.
 
Das amerikanische Landwirtschaftsministerium hat in seiner Ernteschätzung vom Freitag die Prognose für die russische Weizenernte kräftig nach unten gesetzt. Das USDA sieht auch das Exportpotential der Russen schmelzen.

Agrarminister: Exporte bis zu elf Millionen Tonnen möglich

Sollten die russichen Schätzungen zutreffen, würde die geerntete Menge an Getreide für die Deckung des Inlandbedarfes ausreichen, welcher bei etwa 70 Millionen Tonnen liegt. Sogar Ausfuhren in der Höhe von zehn bis elf Millionen Tonnen seien in diesem Fall noch möglich, so der Agrarminister. Im Juli wurden bereits 2,1 Millionen Getreide aus Russland exportiert.
 
 

Ernte leidet unter Dürre, Regierungsvertreter stiften Verwirrung

Wie in den Vereinigten Staaten leidet auch die russische Ernte unter Hitze und Trockenheit. Vor allem die wichtigsten Anbauregionen von Südrussland bis nach Sibirien sind betroffen.
Anfang des Monats hatten russische Regierungsvertreter unterschiedliche Angaben zum Exportpotential Russlands gemacht und damit für Unsicherheit an den Märkten gesorgt. Damals hatte das russische Landwirtschaftsministerium in einer offiziellen Prognose von einer Getreideernte in Höhe von 80 bis 85 Millionen Tonnen Getreide gesprochen. Kurz darauf sprach Ministerpräsident Dmitrij Medwedew in einer neuen offizielle Prognose von einer Getreideernte zwischen 75 und 80 Millionen Tonnen. Nur zwei Tage später erklärte der stellvertretende Landwirtschaftsminister Alexander Chernogorov, 80 Millionen Tonnen seien zu optimistisch, es werde wohl auf 70 bis 75 Millionen Tonnen zugehen.
Auch interessant