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Dorf und Familie

Sabotage? Ausgelaufene Gülle verseucht Gewässer

Externer Autor ,
am
25.03.2015

1.700 Kubikmeter ausgelaufene Gülle haben die Neyetalsperre verseucht und große Umweltschäden angerichtet. Die Kriminalpolizei ermittelt.

Vor etwa einer Woche geschah das Unglück. 1.700 Kubikmeter Gülle liefen in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch aus einem Bauernhof in den Neyebach im Oberbergischen Kreis in Nordrhein-Westfalen. Vom Bach aus gelangte ein Teil der Flüssigkeit in die Talsperre bei Wipperfürth.
 
Hier werden allmählich die großen Umweltschäden sichtbar. Die Polizei klärt nun, ob Sabotage oder menschliches Versagen hinter dem Gülleunfall stecken.

Gülleblase

Ersten Tiefenprofilmessungen des Wupperverbandes zufolge hat sich am Grund der Talsperre vor der Staumauer eine relativ konzentrierte Gülleblase gebildet, so Pressesprecherin Monika Ebers. Ein Versuch, die Blase abzupumpen, scheiterte. Nun suchen Fachleute nach umweltverträglichen Möglichkeiten zur Entfernung. "Eine einfache Lösung gibt es da nicht [...]", so Ebers zu Rundschau Online. Es werden noch weitere Messungen nötig sein.

Unfallursache ungeklärt

Wie es genau es zu einem Auslaufen der Gülle kommen konnte, ist bisher noch unklar. Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft ermitteln. Angaben des Landwirtes zufolge habe er am Morgen festgestellt, dass der Schlauch seines Güllebehälters umgelegt worden war. Er gehe er von einer Sabotage aus, wie Rundschau Online berichtet.
 
Der Bergischen Landeszeitung liegen Informationen vor, dass es wegen des 6.000 Kubikmeter-Güllebehälters Probleme mit der Bauaufsicht gegeben haben soll.

Nicht der erste Vorfall

Bereits 2014 waren an der gleichen Stelle kleinere Mengen an Gülle in den Bach gelaufen. Auch damals ermittelte man gegen den Landwirt in Halver-Kotten und stellte dabei fest, dass der Gülletank in der Form nicht genehmigt worden war, wie der Allgemeine Anzeiger berichtet.
 
Die Bauaufsicht hätte nicht untersuchen können, ob der neue Behälter dicht und standsicher ist, da er seit Monaten nie komplett entleert worden war, wenn die Kontrolleure vor Ort waren, so der Märkische Kreis.

Umweltkatastrophe

Da der Behälter nach Behördeninformationen oftmals randvoll gewesen sei, wurde der Landwirt ebenfalls dazu aufgefordert, eine Rückhaltevorrichtung zu bauen. Im aktuellen Fall aber wird von der Kripo wegen Verdacht auf Manipulation ermittelt.
 
Fakt ist jedenfalls, dass der Unfall verheerende Schäden für Flora und Fauna des Naturschutzgebietes verursacht hat.

Verheerender Gülleunfall

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