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Umwelt

Sachsen: 36 Millionen Euro für Bauern aus Umweltprogramm

von , am
13.03.2012

Dresden - Rund 2.900 Landwirte in Sachsen erhalten in den nächsten Tagen 36,1 Millionen Euro Fördermittel aus dem Agrarumweltprogramm des Landes.

Auf ökologische Vorrangflächen sollen kein Mineraldünger und Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden dürfen. © Mühlhausen/landpixel
"Sachsens Landwirte stellen sich den neuen Herausforderungen wie Klimawandel, Wassermanagement und Erhöhung der Biodiversität", sagt Umweltminister Frank Kupfer. "Wir haben die Akzeptanz der Landwirte für die Agrarumweltmaßnahmen im Vergleich zum Jahr 2010 noch einmal gesteigert. Trotzdem hoffe ich, dass noch weitere Landwirte die bestehenden Fördermöglichkeiten in Anspruch nehmen."
 
Die Fördermaßnahmen werden durch die EU mit bis zu 90 Prozent im Rahmen des sächsischen Entwicklungsplans für den ländlichen Raum kofinanziert. Im Jahr 2011 wurden mehr als ein Drittel der sächsischen Ackerfläche stoffeintragsminimierend und bodenschonend bewirtschaftet.

Effekte der konservierenden Bodenbearbeitung

Mit den Maßnahmen "dauerhaft konservierende Bodenbearbeitung" (233.308 Hektar) und "bodenschonende Produktionsverfahren des Ackerfutterbaus" (16.006 Hektar) tragen Landwirte und Betriebe zur Vermeidung von Bodenerosion bei. Maßnahmen wie "Ansaat von Zwischenfrüchten" (27.579 Hektar), "Ansaat von Untersaaten" (304 Hektar) und "Anlage von Grünstreifen auf Ackerland" (842 Hektar) mindern die Stoffeinträge ins Grund- und Oberflächenwasser und helfen so bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie.

Naturschutzgerechte Nutzung der Flächen

Außerdem führten sächsische Landwirte auf 30.986 Hektar eine extensive Weide- und Wiesenbewirtschaftung durch. 5.152 Hektar Ackerland wandelten sie in Grünland um. Mehrere geförderte Naturschutzmaßnahmen tragen zur Erhöhung der Biodiversität und somit zur Umsetzung der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie bei. So bewirtschafteten die Landwirte im vergangenen Jahr 4.092 Hektar Ackerland und 26.440 Hektar Grünland naturschutzgerecht. Das entspricht im Vergleich zu 2010 einem Flächenzuwachs von rund 1.140 Hektar.

Prämien für Erstaufforstungsmaßnahmen

Neben den Agrarumweltmaßnahmen zahlt der Freistaat Sachsen Ende März auch Prämien für Erstaufforstungsmaßnahmen auf landwirtschaftlichen Flächen aus. Dabei erhalten ca. 50 Betriebe insgesamt rund 110.000 Euro zum Ausgleich für Einkommensverluste bzw. für die Sicherung der Kulturen auf insgesamt 147 Hektar. Die Förderung wird zu 80 Prozent von der EU und zu 20 Prozent vom Freistaat Sachsen finanziert. "Die Erstaufforstungsförderung ist ein wichtiger Baustein, um das landespolitische Ziel, den Waldanteil im Freistaat Sachsen auf mindestens 30 Prozent zu erhöhen, langfristig zu erreichen", sagt der Umweltminister. "Auch hier brauchen wir für mehr Klima- und Bodenschutz und die Sicherung der Artenvielfalt die Beteiligung von noch mehr Landwirten."

Informationen und Beratung für Landwirte

Umfassende Beratungen zur Förderung der Erstaufforstung, aber auch ihrer praktischen Umsetzung bieten sowohl das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie mit seinen Außenstellen als auch der Staatsbetrieb Sachsenforst mit seinen Forstbezirken an.
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