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Umwelt

Sachsen-Anhalt: Vernässung der Äcker lässt Aussaat verfaulen

von , am
23.11.2010

Berlin - Der Regen der vergangenen Wochen und Fehler bei der Gewässerunterhaltung haben nach Einschätzung des Landesbauernverbandes Sachsen-Anhalt zur dauerhaften Vernässung der Äcker und in der Folge zum Verfaulen der Herbstaussaat geführt.

Mit Raps oder Getreide bestellte Flächen stünden seit Wochen unter Wasser, erklärte der Verband. Zum Teil seien erste Bestellversuche gescheitert, weil die frisch auflaufenden Pflanzen im Wasser verfault seien. Nun drohe der zweiten Aussaat das gleiche Schicksal.

Wie die Branchenvertreter hervorhoben, sind in den zurückliegenden Jahren stetig immer mehr Betriebe von einer Vernässung ihrer Ackerflächen betroffen. Die "nicht an Naturgegebenheiten angepasste Pflege von Gräben und Fließgewässern" führe dazu, dass viele Hektar Land der Bewirtschaftung entzogen würden. Das bedrohe die Existenz zahlreicher Landwirtschaftsbetriebe, unterstrich der Verband.

Agrarflächen werden nich vor Dauervernässung bewahrt

Besondere Probleme gebe es bei der Abstimmung von Maßnahmen sowie bei der Auslegung von Verwaltungsvorschriften. Den gesetzlichen Verpflichtungen zur Gewässerunterhaltung werde zwar nachgekommen. Das Ziel, die an die Gewässer angrenzenden Agrarflächen vor Dauervernässung zu bewahren, werde in Sachsen-Anhalt aber verfehlt, unterstrich der Landesbauernverband.

Gewässer schnellstmöglich räumen

Aktuell gehe es darum, die Gewässer möglichst schnell zu räumen, um die Wassermassen abführen zu können. Daneben seien Pumpwerke in Betrieb zu nehmen. Mittelfristig müssten Konzepte erarbeitet werden, wie derart schädliche Auswirkungen auf den wichtigsten Wirtschaftszweig im ländlichen Raum zukünftig vermieden werden könnten.

Bauernverband fordert landkreisübergreifende Koordination

Für eine erfolgreiche Bewältigung der Gewässerunterhaltung fordert der Landesbauernverband in Sachsen-Anhalt eine landkreisübergreifende Koordination der Pflegemaßnahmen unter Einbeziehung der Betroffenen sowie die rechtzeitige Bereitstellung von Geldern zur Absicherung einer frühestmöglichen Handlungsfähigkeit der Unterhaltungsverbände. Ferner seien regionale Koordinierungsgruppen notwendig, um auch außerhalb der Maßnahmepläne auf unvorhergesehene Ereignisse zeitnah reagieren zu können. Daneben verlangt der Verband eine schnelle Bearbeitung von Anträgen zur Gewässerpflege, auch bei der Ausstellung von Ausnahmegenehmigungen.

Wassersituation: Kurzfristige Begutachtung einführen

Eine weitere Forderung bezieht sich auf die Möglichkeit einer kurzfristigen Begutachtung, ob eine geänderte Grundwassersituation eine Grundräumung oder den Ausbau der Gewässer notwendig macht beziehungsweise ob technische oder bauliche Maßnahmen wie zum Beispiel die Installation von Pumpen oder die Neuanlage von Drainagen ergriffen werden müssen. (AgE)

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