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Umwelt

Sachsen will Vorreiterrolle bei der bodenschonenden Direktsaat

von , am
21.04.2010

Dresden - Auf einer Veranstaltung hat der sächsische Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft Frank Kupfer eine Direktsaat-Parzellendrillmaschine mit Cross-Slot-Technik der Öffentlichkeit vorgestellt.

Frank Kupfer (CDU), Sächsischer Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft © CDU Sachsen

Sachsen will eine stärkere Anwendung bodenschonender Direktsaatverfahren in der Landwirtschaft. Das hat Landwirtschaftsminister Frank Kupfer bei einer gemeinsamen Veranstaltung seines Ressorts mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (HTW) auf einem Landwirtschaftsbetrieb im Landkreis Zwickau betont. Dabei stellte der CDU-Politiker erstmals eine Direktsaat- Parzellendrillmaschine mit Cross-Slot-Technik der Öffentlichkeit vor. Anschaffung und Umbau der Direktsaat-Parzellendrillmaschine wurden durch den Freistaat Sachsen gefördert. Die Maschine wird zu Versuchszwecken gemeinsam durch die HTW und das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) genutzt.

"Derzeit verlieren wir Jahr für Jahr unglaubliche Mengen an Ackerboden durch Erosion", so der Minister. Die so abgetragenen Mengen fehlten den Landwirten und belasteten zugleich die Gewässer. Mit Direktsaatverfahren könnten die Landwirte deshalb einen besonders wirksamen Beitrag zum Boden-, Gewässer- und zum vorbeugenden Hochwasserschutz sowie zur Anpassung an den Klimawandel leisten. Kupfer geht davon aus, dass Sachsen mit der vorgestellten Maschine künftig eine Vorreiterrolle bei der praxisgerechten Weiterentwicklung der Direktsaat einnehmen könne.

Direktsaatverfahren

Die Direktsaat gilt dem Dresdener Ministerium zufolge als das wirksamste Ackerbauverfahren zur Vermeidung von Bodenerosion, weil vollständig auf eine wendende oder lockernde Bodenbearbeitung verzichtet werde. Mit sogenannten Cross- Slot-Säscharen, die einem umgekehrten "T" entsprechen, werde der Boden wie mit einem Reißverschluss bis auf Saattiefe geöffnet. Auf der einen Seite des Säschlitzes werde das Saatgut und auf der gegenüberliegenden Seite der Dünger abgelegt. Danach werde der Boden wieder angedrückt. Die Direktsaat vermindere weitgehend Stoffeinträge in Oberächengewässer, erhöhe gleichzeitig das Wasseraufnahmevermögen und die Tragfähigkeit des Bodens, verbessere die Wasserversorgung der Panzenbestände, verringere den Dieselverbrauch und fördere die Humus- und damit Kohlenstoffspeicherung im Oberboden. (AgE)

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