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Umwelt

Sankt Bartholomäus - Schutzpatron der Bauern

von , am
24.08.2009

Leipzig - "Sankt Bartholomäus" gilt im Volksmund als wichtiger Lostag. Wetterbeobachtungen zeigen, dass ein regnerischer Bartholomä-Tag mit 70-prozentiger Wahrscheinlichkeit einen trockenen Herbst nach sich zieht.

© Rainer Sturm/pixelio

"Wenn Barthel vor’m Kirchgang noch ein Sommertraum, reißt Herbstwind nach der Messe die Äpfel vom Baum." In die gleiche Kerbe schlägt der Spruch "Zu Sankt Bartholomäus geht man im Sommer in die Kirche und kommt im Herbst wieder raus".

Insbesondere in den Bergen kann freundliches Augustwetter schnell umschlagen und herbstlichen Charakter annehmen. Sankt Bartholomäus gilt für die Landbevölkerung als ein sehr bedeutender Lostag, nicht nur im August, sondern auch im Jahresverlauf. Ein Sprichwort für den Schutzpatron der Bauern, Hirten, Schuster, Weingärtner, Schneider und Metzger, betont: "Schickt Bartholomäus (24.08.) sanften Regen auf die Reben, wird der Winzer einen sonnigen Weinmond (Oktober) erleben". Geöffnete Himmelsschleusen haben also durchaus ihre guten Seiten.

Heute viel 'Nass von oben': Trockener Herbst

So bestätigen Wetterbeobachtungen, dass viel "Nass von oben" um Bartholomäus mit 70-prozentiger Wahrscheinlichkeit einen trockenen Herbst nach sich zieht. Diese Aussage trifft allerdings nur auf die Herbstmonate Oktober und November zu. Im Hinblick auf das Ende der Getreideernte reimte der Volksmund wehmütig: "Sankt Bartholomä – Brotzeit ade!"

Bartholomäus: einer der zwölf Apostel

Bartholomäus war aller Wahrscheinlichkeit nach ein Beiname des Nathanael aus Kana in Galiläa, der im 1. Jahrhundert lebte. Nathanael zählte zu den zwölf Aposteln. Der in Kana geborene Bartholomäus soll der Überlieferung nach in Indien, Armenien und Mesopotamien als Prediger des Evangeliums in Erscheinung getreten sein. Berühmtheit erlangte er aber dadurch, dass er Kranke und Besessene heilte. Einer Legende zufolge soll Bartholomäus eine schwerkranke Prinzessin aus Armenien gesund gemacht haben. Daraufhin bekehrte sich die ganze Königsfamilie. Des Königs Bruder rächte sich in seiner grenzenlosen Wut darüber, indem er Bartholomäus zur persischen Todesstrafe, dem Abziehen der Haut bei lebendigem Leib, verurteilte.

Heute Regen: häufig Schönwetterlage bis September

In Bezug auf späte Augustgewitter reimte der Landmann: "Gibt’s um Sankt Barthel noch Gewitter, wenn vorüber die Arbeit der Schnitter, dann sammle bis Wolfgang (31.10.) Brennholz im Wald, wird doch der Winter schneereich und kalt" und "Zucken noch Blitze um Bartholomä, ziert Tann’ und Strauch im Winter viel Schnee". In den letzten Augusttagen stellt sich in 80 Prozent der Jahre hoher Luftdruck ein. Daraus resultiert eine Schönwetterlage, die oft bis in den September hinein anhält.

In ihr werden sich die sogenannten Sonnenbräute, zu denen als Wetterpflanzen auch das Gänseblümchen, die Wegwarte und die Kamille zählen, in ihrer vollen Schönheit zeigen. Nicht umsonst verkündet eine Spruchweisheit: "Wenn die Sonnenbräute nach Barthel den Himmel anlachen, wird Verena (01.09.) erneut des Sommers Feuer entfachen". (Dr. Jurik Müller, Deutscher Wetterdienst) 

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