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Dorf und Familie

'Schizophrene Bauern', Schlauchsilage und Schlachtung

Matthias Ludwig
am
17.07.2015

Die Topthemen der Woche in unserer Community: Ist das Schlachten von tragenden Tieren wirklich ein so großes Problem in der Praxis? Neues von Bauer Willi und Fragen zur Schlauchsilage.

Zwillinge mit Mutti. © Landliveuser Staebchen
Schlachtverbot für trächtige Kühe
 
Landmaschinenfan schreibt: "Der Bundeslandwirtschaftsminister plant, wohl auf Druck aus den Medien, ein Schlachtverbot für trächtige Kühe. Ich wußte gar nicht, daß es von Notfällen abgesehen, üblich ist auch trächtige Kühe zu schlachten."
 
Suedmelker meint: "Niemand gibt eine trächtige Kuh ohne triftigen Grund zum Schlachten nur z.B. bei chronischen Euterproblemen oder sonstigen die Schlachtkörperqualität nicht negativ beeinflussenden Problemen. Wie sieht das dann nach dem Schlachtverbot aus? Zustand der Kuh verschlechtert sich und wird eingeschläfert? Im Ergebnis für das Kalb das selbe."
 
Bauer1 antwortet: "Dazu gabs doch gestern Abend auf ARD im Mainz Report was im Fernsehen. Da haben die in einem großen Schlachtbetrieb filmen dürfen. Die ungeborenen Kälber waren aber schon 5 oder 6 Monate alt, da muss das nun wirklich nicht mehr sein. Bis 8 Wochen sieht man ja noch fast nix. Aber bei 5 - 6 Monate kann man die Kühe auch noch mal früher trocken stellen. Da war allerdings auch nur die Rede von Kühen, die sich nicht mehr lohnen zu behandeln oder die unwirtschaftlich sind.
Die gesamte Diskussion:   https://agrarheute.landlive.de/boards/thread/68236/page/1/

'Schizophrene Bauern'?: Bauer Willi vs. Prof. Roeb

Ourewaelle_Klaobaue kommentiert einen Artikel auf agrarheute.com: "Wir haben jahrelang den Fehler gemacht, uns nur um die Optimierung der Produktion zu kümmern und die Vermarktung anderen überlassen. Die Beratung und unsere Verbände haben hieran eine Mitschuld. Der Politik ist und war dies ganz Recht, Hauptsache die Versorgung im Inland ist gesichert zu super günstigen Preisen.Wenn wir nicht endlich aufwachen und unsere Produkte ihrer Qualität entsprechend Weltweit verkaufen, werden wir weiterhin von unseren Marktpartner ausgenutzt. Noch ein Wort zu unseren Verbänden hört endlich auf, Euch gegenseitig zu bekämpfen und zu diffamieren. Sorgt dafür dass "Essen aus Deutschland" als Qualitätsprodukt gesehen wird und nicht als Ramsch zum exportieren von Überschüssen. Unsere "Marktpartner" leben recht gut durch den ständigen Zwist unserer Verbände. "
 
Abendland antwortet: "Ist Essen aus D" wirklich aus in D produzierten Rohstoffen? Wie verhalten sich Endkunden-Lebensmittelproduzenten bei höheren Inlandsrohstoffpreisen? Brüllen ist ja mal ganz nett ...ob´s was bringt außer etwas Frustabbau muss sich erst erweisen. Ohne willige Endkunden, die genau die fairen Produkte nachfragen läuft aber nix. Solange Lohn- und Gehaltsanpassungen mehrfach von Miet-, Energie und sonstigen notwendigen Kosten aufgefressen wird und Just for Fun einen höheren Stellenwert als täglich gutes Essen hat, wird es sehr sehr schwierig."
 
h741072s führt sieben verschieden Punkte an: "Herr Prof. Roeb nennt die Bauern "schizophren". Seine Ansichten sind ebenfalls in hohem Maße schizophren. 1. Noch aktive Landwirte aus den 1970er und 1980er Jahren, die in der Weiterentwicklung sich nicht mehr anpassen konnten, sind weitgehend auslaufende Betriebe, meist ohne Hof-Nachfolger oder Hof-Nachfolgerin. 2. Die Vorhaltung, dass Bauer Willi seinen Betrieb nicht vergrößert und Maschinen auf dem neuesten Stand hat, ist bestimmt wenn es so sein sollte, ein Einzelfall. Ich tue mir schwer mit der Vorstellung, dass ein Branchenfremder in der Landwirtschaft weis, was zu neuesten Maschinen gehört. Fakt ist, dass es in der Landwirtschaft aufgrund fehlender Verkaufserlöse immer mehr Neben- und Zuerwerbs-Landwirte gibt, die in anderen Bereichen hinzuverdienen und ihren landw. Betrieb spezialisiert haben, dort wo es möglich ist. Auch der Landwirt hat ein Recht auf etwas Freizeit. Außerdem erhält und pflegt er die uns vertraute Landschaft. Bei schönem Wetter, wenn andere urlauben, hat der Landwirt nicht aufschiebbare Arbeiten auf Acker und Wiese. 3. Dem Herrn Professor ist anscheinend entgangen, dass in den 1970er Jahren der Verkaufserlös für ein Kilogramm Schweinefleisch um 3,50 DM lag, heute bei 1,40 Euro je Kilogramm. Der Weizenpreis lag um 1970 bei 44,00 DM, nun liegt der Weizenpreis bei 14,00 Euro. Die schizophrene Denkweise des Professors sagt, ohne Betriebsvergrößerung muss man heute durch neuere Maschinen weniger arbeiten. Mit was sollen betriebliche Anschaffungen bezahlt werden, bei derart geringen Verkaufserlösen. "

Erfahrung Schlauchsilage

PgtNikon fragt: "Wollt mal nachfragen ob jemand mit diesem System Erfahrung hat vielleicht auch langjährig vielleicht sogar ein LU hier unterwegs. Da unsre Fahrsilos komplett renoviert werden müssen, schauen wir aktuell auch noch nach andren Lösungen. Und da sind wir auf das Thema Siloschlauchpresse gestoßen. Da aber bei uns in der Umgebung keine Maschine vorhanden ist würde es nur anfahrtsmäßig Sinn machen die für die Maisernte anrücken zulassen . Und zur Grassilage liest man im Internet auch widersprüchliche Aussagen.Wir überlegen auch, ob eine eigene Maschine Sinn machen würde, bzw. auch Überbetrieblich zu fahren.Vielleicht ist hier wer unterwegs, der dies System für Gras u. Mais nutzt! Würde mich über Erfahrungberichte freuen, bzw. auch Betriebbesichtigung beim Pressen/Entnahme."
 
Matthias meint: "Wir machen seit einigen Jahren Schlauchsilage aber nur im kleinen Stil mit Rübenpressschnitzel oder im kleinen Schlauch wo wir Feuchtmais schroten und einsilieren. Schlauchsilage ist schon eine super Sache und kann sich gegenüber eines Siloneubaues schon rechnen. Man braucht nur viel Platz der auch einigermaßen befestigt sein sollte. Besser ist eine große asphaltierte oder betonierte Platte. Bei Mais funktioniert es super, mit Gras will ich mir keine Meinung erlauben weil ich einfach noch kein Ergebniss vom Anschnitt her gesehen hab. Die Schläuche sehen eigenwillig aus und sind sehr Trockensubstanzabhängig. Sprich es sollte schon ordentlich feucht sein und auch möglichst kurz gehäckselt. Ich sag mal an sich funktioniert das System - für die Grassilage würde ich mir mal ein paar Referenzbetriebe anschauen."
 
staebchen ist da eher skeptisch: "Eine eigene Maschine lohnt sich nicht. Bei uns macht das ein Lohnunternehmen. Überwiegend Luzerne oder GPS für die MuhKühe. Der Platzbedarf ist aber nicht unerheblich und die Qualität bei passenden Erntezeitpunkt geht auch in Ordnung."
Alle Meinungen hier:   https://agrarheute.landlive.de/boards/thread/68188/page/1/ 

Stoppt den Landverbrauch?

Gartenfotograf10 spricht ein aktuelles Problem an: "Da gibt es viele Aktionen von Landwirten, Naturschützern usw. Doch die Realität ist eine ganz Andere.[www.br.de] Anstatt Industriebrachen, Leerstände in Dörfern und Städten zu nutzen, sollen noch mehr Gewerbegebiete auf der grünen Wiese entstehen. Landverbrauch kann nur gestoppt werden, wenn ein verpflichtender Rückbau von Gebäuden nach Nutzungsablauf in der  Baugenehmigung verankert wird."
 
DWEWT sieht die Sache folgendermaßen: "Deutschland ist 357.168 qKm groß. Täglich wird ca. 1qKm versiegelt. Demnach hätten wir noch für sehr lange genügend Fläche verfügbar. Das Endglied der Fruchtfolge ist für nicht wenige Betriebe eine Sanierungs- bzw. Ausstiegschance. Was ist dagegen einzuwenden? Häufig ist eine solche Debatte auch lediglich Ausdruck von Neid! Der Verkauf ist die höchste Stufe der Umsetzung des Eigentumsrechtes!"
Darauf meint Altilla: "Ja und Nein, die Eigentumsrechte sind aber eingeschränkt, weil du, z. B. im Außenbereich nur unter bestimmten Bedingungen bauen darfst. Ist es wirklich sinnvoll, ständig neue Baugebiete im Außenbereich auszuweisen, während im Gegenzug die Innenbereiche veröden?"
mehr hier:              https://agrarheute.landlive.de/boards/thread/68182/page/1/

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