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Ernährung und Gesundheit

Schlechte Wasserqualität in Deutschlands Flüssen

AgE
am
26.08.2011

Koblenz - Der durch die EU-weite Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) geforderte gute chemische und ökologische Zustand wird in großen deutschen Gewässern bis 2015 wahrscheinlich nicht erreicht werden können.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Koblenz-Landau, des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung und der Technischen Universität Bergakademie Freiberg. Darin wurden 331 organische Schadstoffe auf ihr Vorkommen und mögliche toxische Effekte untersucht.
 
Nach Angaben der Wissenschaftler wurden 257 davon in den Gewässern gefunden, zum Teil in Konzentrationen, die akute toxische Effekte auf Gewässerorganismen wahrscheinlich erscheinen lassen.

Nicht zugelassene Pestizide im Wasser

Viele der Substanzen, die schädlich für Gewässerorganismen sind, fallen jedoch nicht unter die von der Europäischen Union als prioritär eingestuften Stoffe, die zur Beurteilung des chemischen Zustandes von Oberflächengewässern im Sinne der Wasserrahmenrichtlinie herangezogen werden. Lediglich zwei der EU-weiten 33 prioritären Stoffe überschritten die entsprechenden Grenzwerte. Darüber hinaus wurden auch nicht zugelassene Pestizide in den Gewässern nachgewiesen.

257 Schadstoffe nachgewiesen

Bei der Erhebung werteten die Forscher behördliche Gewässer-Monitoring-Daten der Jahre 1994 bis 2004 von den vier größten Flüssen Norddeutschlands, also Elbe, Weser, Aller und Ems, aus. Die Analyse war erst jetzt dank einer neuen Methode zur Vorhersage der Toxizität von bisher ungetesteten Stoffen möglich geworden. "Diese Studie ist weltweit die bislang größte ihrer Art", erklärte Juniorprofessor Ralf Schäfer vom Institut für Umweltwissenschaften der Universität Koblenz-Landau.

Verdünnung reduziert nicht Toxizität

Zwar sei der Trend rückläufig; allerdings seien die Belastungen, beispielsweise durch Pestizide und Industriechemikalien, so hoch, dass toxische Auswirkungen auf Flora und Fauna sehr wahrscheinlich seien. Darüber hinaus widerlegten die Ergebnisse die Annahme, dass durch die Verdünnung der Chemikalien in großen Gewässern diese nicht so stark beeinträchtigt würden, ergänzte Peter von der Ohe vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung.
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