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Ernährung und Gesundheit

Schleswig-Holstein: Erstmals Hasenpest nachgewiesen

pd
am
13.11.2014

Kiel - In Schleswig-Holstein ist der erste Fall von Hasenpest seit Anfang der 90er Jahre bei einem Feldhasen nachgewiesen worden. Die Krankheit ist auf Menschen übertragbar.

In Schleswig-Holstein ist der erste Fall von Hasenpest (Tularämie) bei einem Feldhasen nachgewiesen worden. Die Krankheit ist auf Menschen übertragbar. Deshalb sollten Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden, rät das für Tierseuchenbekämpfung zuständige Umweltministerium in Schleswig-Holstein. Der Hase war im nördlichen Landesteil tot aufgefunden worden.
 
Das Ministerium empfiehlt, dass Hasen, Kaninchen oder andere Nagetiere, die ihre natürliche Scheu verloren haben, teilnahmslos oder tot aufgefunden werden, nicht angefasst werden sollten. Dies dient auch dem Schutz vor möglichen anderen Krankheiten.

Erstmals seit Anfang der 90er Jahre wieder Hasenpest in Schleswig-Holstein

Jäger werden gebeten, sowohl Hasen als auch Kaninchen, die lebend keine Scheu und kein Fluchtverhalten zeigen, wie auch Tiere, die auffällige Organbefunde aufweisen, zur Untersuchung an das Landeslabor einzusenden. In diesem Jahr wurden dort 13 Untersuchungen durchgeführt, der jetzige Fall ist der erste seit Anfang der 90er Jahre, bei dem ein Hase positiv getestet wurde. Das Ministerium will die Jäger noch mit weiteren Informationen versorgen.

Hasenpest ist auf viele andere Nagetiere übertragbar

Die Tularämie ist eine Zoonose, also eine vom Tier auf den Menschen übertragbare Erkrankung. Sie wird durch Bakterien der Art Francisella tularensis hervorgerufen. Schon geringe Keimzahlen reichen aus, um eine Infektion beim Menschen auszulösen. Die Krankheit ist auf viele Nagetiere übertragbar und wird auch als Nagerpest bezeichnet. Neben besonders häufigen Nachweisen bei Hasen, daher auch der Name Hasenpest, kann die Krankheit auch auf Kaninchen übertragen werden. Tularämie wird unter anderem durch den unmittelbaren Kontakt mit einem infizierten Tier übertragen.
 
Auch die Zubereitung und der Verzehr von nicht genügend durchgegartem Fleisch birgt ein Infektionsrisiko. Im tiefgekühlten Wildbret bleibt die Ansteckungsfähigkeit über Monate hinweg erhalten. Beim Umgang mit dem rohen infizierten Fleisch, etwa beim Auftauen, ist eine Infektion nicht ausgeschlossen. Durch Durchgaren wird der Erreger zuverlässig abgetötet.

Hasenpest: Übertragung auf den Menschen eher selten

Eine Übertragung kann auch durch die Inhalation erregerhaltigen Staubes oder kleiner Bluttröpfchen, in denen sich der Erreger befindet, oder durch Zecken und Steckmücken (selten) erfolgen. In den fünfziger Jahren wurde auf der Halbinsel Eiderstedt eine höhere Zahl von Infektionen beim Menschen festgestellt. 2011 wurde bei einem Mann eine Hautinfektion, die auf Francisella tularensis zurückzuführen war, diagnostiziert.
 
Die Infektion von Menschen ist sehr selten. Sie hat in Abhängigkeit von der Eintrittspforte verschiedene Verlaufsformen: Neben grippeähnlichen Symptomen können Hautgeschwüre (bei Infektion über Verletzungen der Haut), Lymphknotenschwellungen, Blasenbildung im Mund- und Rachenraum oder Lungenentzündung (nach Einatmen) sowie Fieber auftreten. Die Infektion kann insbesondere bei Betroffenheit der Lunge tödlich verlaufen, sie ist jedoch medikamentös behandelbar. Wichtig ist bei einem Verdacht auf eine Infektion daher, rasch einen Arzt aufzusuchen und beim Nachweis ein rascher Therapiebeginn.
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