Login
Wirtschaft

Schleusenstreik: Transportprobleme bei der Ernte?

pd/ez
am
26.07.2013

Bundesweit streiken die Schleusenwärter. Jetzt schlägt der Grain Club Alarm: Er warnt vor folgenschweren Auswirkungen auf die Agrarwirtschaft. Betroffen sei nicht nur die hiesige Ernte.

Der Grain Club warnt vor den folgenschweren Auswirkungen des Streiks der Schleusenwärter: "Er wird massive Behinderungen des Schiffstransports und dadurch erhebliche zusätzliche Kosten für die Agrar- und Ernährungswirtschaft zur Folge haben."
 
Durch den Stillstand auf den Wasserstraßen werden die Agrarunternehmen vermehrt auf Schiene und LKW setzen müssen, was die Logistik durcheinanderwirbelt. Die Situation dürfte sich angesichts der gerade begonnenen überdurchschnittlichen Ernte von über 50 Millionen Tonnen Getreide und Ölsaaten in Deutschland nach Einschätzung des Grain Clubs deutlich verschärfen.

Grain Club: ver.di und Verkehrsministerium müssen unverzüglich verhandeln

Auch importierte Agrarrohstoffe und die Verarbeitungsprodukte Pflanzenöl und Futtermittel werden über inländische Wasserwege transportiert. Können diese bei Fortdauer des Streiks nicht genutzt werden, ist eine Verlagerung der Transporte auf die urlaubsbedingt ohnehin stark frequentierten Straßen unumgänglich.
 
Der Grain Club appelliert deswegen an die Gewerkschaft ver.di und das für die Umstrukturierung der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung verantwortliche Bundesverkehrsministerium, die Verhandlungen unverzüglich wieder aufzunehmen. "Während der Erntezeit muss der Transport des Erntegutes und dringend benötigter Lebens- und Futtermittel über die Wasserstraßen uneingeschränkt gewährleistet sein", fordert Manfred Nüssel, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes und derzeitiger Sprecher des Grain Clubs.

Seit Anfang Juli regionale Streiks

Seit Anfang Juli wird regional an mehreren Tagen immer wieder die Arbeit an den Schleusen niedergelegt. Seit Montag werden in Bayern erneut die Schleusen bestreikt, von Dienstag an gibt es für drei Tage auch in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen Streiks. In Berlin und Brandenburg bleiben die Schleusen seit gestern für drei Tage geschlossen. Anschließend plant ver.di eine einwöchige Streikpause.
 
Die Beschäftigten der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung setzen sich seit Monaten für den Abschluss eines Tarifvertrags ein, der sie vor den Folgen eines geplanten Behördenumbaus schützt. Aus dem Ministerium gibt es bislang nach Angaben von ver.di nur unverbindliche Zusagen. Ein Viertel der rund 12.000 Arbeitsplätze sind nach Gewerkschaftsangaben vom Abbau bedroht.

Mehr Informationen über den aktuellen Ernteverlauf in Deutschland finden Sie hier ...

Hofreport: Die Mähdrescher rücken aus

Auch interessant