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Dorf und Familie

Schnelles Internet auf dem Land: Zukunftsmusik oder schon Wirklichkeit?

gz
am
27.05.2011

München - 2011 tut sich Einiges im Ausbau des Internets. Neue Technik per Funk und Satellit soll surfen für Wetterbericht, Weizenpreis und Einkaufen auf dem Land schneller machen.

Landwirte, die ihren Mehrfachantrag online stellen, neue Fotos für die Ferienhof-Webseite hochladen oder Dokumente an den Steuerberater übertragen wollten, mussten bisher viel Geduld mitbringen. Denn von einem leistungsfähigen Breitbandanschluss konnten Anwohner in ländlichen Gebieten meist nur träumen. Anfang 2011 hatten bundesweit zwar 98,5 Prozent aller deutschen Haushalte die Möglichkeit eines Netzzugangs mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von mindestens 1 Mbit/s, in Gebieten mit weniger als 100 Einwohnern je Quadratkilometer sieht es jedoch anders aus, dort haben nur rund 85 Prozent der Haushalte eine solchen Netzzugang.

Neue Technik soll's richten

Eine neue Mobilfunktechnik soll nun für mehr Geschwindigkeit sorgen. LTE (englisch: "long term evolution", sprich langfristige Entwicklung) oder auch "4G" heißt der neue Übertragungsstandard. LTE ist der Nachfolger von UMTS beim Versenden von Daten per Mobilfunk. Dabei schicken und empfangen Computer oder Mobiltelefone Daten zum nächsten Sendemast. Von dort geht es weiter ins Netz der weltweit verbundenen Rechner. Auch wenn die Anbieter lediglich von "Funk" sprechen, LTE erzeugt eine Internetverbindung über das Mobilfunknetz. Telekom, Vodafone und O2 rüsten meistens vorhandene Funkmasten mit der neuen Technik auf. Diese kommunizieren dann mit dem LTE-Stick oder der Empfangseinheit im Haus und Büro. Theoretisch sind Datenraten bis 100 Mbit/s drin. Surfen mehrere Nutzer in einer Funkzelle, geht die Geschwindigkeit runter.

Bytes aus dem Weltall

Daten aus dem Internet per Satellitenschüssel zu empfangen, ist seit einigen Jahren möglich. Unbefriedigend war bisher, dass diese aus dem All zwar flott empfangen werden konnten. Der Datenversand funktionierte nur mit einem meist langsamen Telefonanschluss.Seit Ende 2010 kreisen neue Satelliten um die Erde, die beides können: sowohl Daten empfangen als auch senden. Fachleute sprechen von bi-direktionaler Verbindung. Egal ob Internetseiten aufrufen oder E-Mails verschicken, beides legt den Weg von der Erde zum Satellit zurück und kommt von dort wieder. Eine 10-m-Riesenantenne in Berlin empfängt die Datenpakete zentral für Deutschland und schickt sie per Glasfaserkabel weiter ins Netz. Ab Juni 2011 sollen so überall in Deutschland Daten mit bis zu 10 Mbit/s empfangen und mit 4 Mbit/s gesendet werden können. Den kompletten Artikel finden Sie im aktuellen Heft dlz-agrarmagazin (06/2011).

Landlive-Community diskutiert über Breitband

"Schneckentempo oder High-speed – Warum und wie schnell surft ihr im Internet?" lautet der neue Thread, den die dlz-Redaktion vor kurzem zum Thema Breitbandanschluss bei www.landlive.de gestartet hat. Interessant ist dabei, wofür die Landwirte einen schnellen Internet-Anschluss nutzen. Für den Betrieb oder hauptsächlich privat? Um Online-Spiele zu spielen oder um die Ackerschlagkartei zu führen, ihre Steuererklärungen zu verschicken, ihre Tiere anzumelden und den aktuellen Weizenpreis zu erfahren? Und wer ist mit welcher Technik unterwegs: per Modem, DSL, Mobilfunk, LTE oder per Satellit?
  • landlive.de:Diskutieren Sie mit und verraten Sie der Community, wofür Sie einen schnellen Internet-Zugang brauchen und was Ihre favorisierte Technik ist.Mitreden...
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