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Dorf und Familie

Schwalben willkommen – jeder kann etwas tun

pd
am
24.05.2011

Berlin - Rauch- und Mehlschwalben, die den Sommer ankündigen, sind zwar noch weit verbreitet, doch nimmt die Zahl der geeigneten Lebensräume immer weiter ab.

Schwalben sind nützliche Insektenfresser – zur Aufzucht einer Schwalbenbrut sind circa 120.00 Fliegen und Mücken erforderlich. © Sabine Geißler/pixelio
In den vergangenen 20 Jahren ist besonders der Bestand der Rauchschwalben stark zurückgegangen. Um beide Arten zu unterstützen haben die Kulturlandstiftungen der Länder gemeinsam mit der Deutschen Stiftung Kulturlandschaft das Projekt "Schwalbe sucht Dorf" ins Leben gerufen.
 
"Wir wollen auch in Zukunft Schwalben auf Höfen und Dörfern", erklärte Gerd Sonnleitner, der als Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) die Schirmherrschaft für das länderübergreifende Projekt übernommen hat.

Projekt "Schwalbe sucht Dorf"

"Im ländlichen Raum und insbesondere an Dachfirsten der Häuser und in Gemeinden und Städten, auch in den Ställen der Bauernhöfe bieten sich den Tieren gute Nist- und Lebensbedingungen, dort finden sie ein reichhaltiges Nahrungsangebot. Deshalb werden wir als Landwirte jetzt die Schwalben aktiv unterstützen", so der Bauernpräsident weiter. Unter dem Projekttitel "Schwalbe sucht Dorf" wollen die Kulturlandstiftungen in Bayern, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Westfalen, Rheinland sowie die Deutsche Stiftung Kulturlandschaft in den kommenden Jahren verstärkt auf die Lebensbedingungen der Rauch- und Mehlschwalben aufmerksam machen und die Bewohner im ländlichen Raum zur aktiven Hilfe bewegen.

"Jeder kann etwas für die Schwalben tun"

Sonnleitner sagt dazu: "In jedem Landwirt steckt ein Schwalbenretter. Um den Nestbau und damit die Nachzucht von Jungen zu ermöglichen genügt oft schon ein gekipptes Stallfenster." Wo der Kotanfall unter besetzten Nestern problematisch werde, könne dies mit Hilfe von so genannten Kotbrettern verhindert werden. "Jeder kann etwas für die Schwalben tun", so Sonnleitner. Mehlschwalben, die in erster Linie an den Außenfassaden von Gebäuden brüten, seien auf das Wohlwollen der Dorf- und Stadtbevölkerung angewiesen. "Machen Sie mit! Schwalben bereichern unsere Kulturlandschaft."

Ein Zuhause für Glücksbringer

Das Projekt "Schwalbe sucht Dorf" wird auf Länderebene von den landwirtschaftsnahen Kulturlandstiftungen umgesetzt. Wolfgang König, Geschäftsführer der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft, berichtet beim Auftakt in Berlin von den Erfahrungen aus Westfalen-Lippe. Die Stiftung hatte dort zu Beginn des Jahres 2011 Landwirte in der Region dazu aufgerufen, das Nisten auf den Höfen zu erleichtern. "Wir waren von der starken Resonanz überrascht" sagte König. "Die Bereitschaft der Landwirte, die Schwalben bei der Nistplatzsuche zu unterstützen, ist sehr groß."“ Darüber hinaus stellte König erfreut fest, dass die vielen Interessenten die Ratschläge und praktischen Hinweise durch die Stiftung sehr gut annehmen würden.
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