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Wirtschaft

Schwarzmeerkonflikt: Industrie drängt auf friedliche Lösung

pd
am
08.03.2014

Berlin - Die deutsche Ernährungsindustrie fordert von Politikern, eine friedliche Lösung des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine zu finden. Beide Länder seien wichtige Handelspartner.

"Die gegenseitigen Geschäftsbeziehungen zu Russland und der Ukraine sind wichtig für die deutsche Ernährungsindustrie. Die Politik ist aufgefordert eine friedliche Lösung des Konflikts und wirtschaftliche Stabilität herbeizuführen, Sanktionen zu Lasten der Wirtschaft sind zu vermeiden", erklärt Christoph Minhoff, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE).
 
Die Ernährungsindustrie blicke mit Sorge auf die im Zuge der Krimkrise angespannte Situation an den Agrarrohstoffmärkten.

Bald höhere Verbraucherpreise?

Wegen bestehenden Lieferverträgen können Hersteller höhere Rohstoffpreise nur schwer kurzfristig an ihre Kunden weitergeben - das belaste die Ertragslage unmittelbar. Wenn der Preisdruck weiter anhält, "spiegeln sich die höheren Produktionskosten mittelfristig auch in den Endverbraucherpreisen wider", erklärt der BVE.
 
Russland und die Ukraine gehören für die deutsche Ernährungsindustrie eigenen Angaben zufolge zu den 25 wichtigsten Absatzmärkten weltweit. Allein 2013 erreichten hätten die Ausfuhren der Branche nach Russland 1,5 Milliarden Euro und in die Ukraine 336 Millionen Euro erreicht. Damit entfallen gut 3,5 Prozent der gesamten deutschen Lebensmittelexporte allein auf diese zwei Länder. Eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage im Zuge der aktuellen Entwicklungen in der Region wirkt sich auch auf die Kaufkraft der Bevölkerung und das Konsumklima aus.

Ukraine/Russland: Fleisch beliebte Handelsware

In Russland sind der Ernährungsindustrie zufolge vor allem deutsche Fleisch- und Milcherzeugnisse sowie Süßwaren beliebt.
 
Wichtigste Lieferprodukte der deutschen Lebensmittelhersteller in die Ukraine sind Fleischerzeugnisse, Kaffee sowie Kakao- und Schokoladenerzeugnisse. 
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