Login
Wirtschaft

Schweine: Russland setzt auf Fleisch aus Brasilien

AgE
am
13.05.2014

Moskau - Russland bemüht sich weiter, das durch Einfuhrverbote entstandene Schweinefleischdefizit im eigenen Land zu mindern. Auf der Suche nach Alternativen wurde Brasilien ins Spiel gebracht.

Der Föderale Aufsichtsdienst für die Tier- und Pflanzengesundheit Russlands (Rosselkhoznadzor) gab vergangene Woche bekannt, dass fünf Fleischverarbeiter aus Brasilien neu in das Register der für den Russlandexport zugelassenen Unternehmen aufgenommen wurden. Das berichtet AgraEurope.
 
Wie es weiter heißt, sei zudem für neun Fleischhersteller des Landes die temporären Einfuhrsperren aufgehoben worden. Grund ist, dass Russland sich weiter bemühe, das durch Einfuhrverbote entstandene Schweinefleischdefizit im eigenen Land zu mindern.

Einfuhrverbot triff Kaliningrader hart

Zudem seien im April erste Lieferungen aus Chile und Serbien in der Provinz Kaliningrad eingetroffen, meldete das dortige Wirtschaftsinformationsportal Rugrad.eu. Die Schweinefleischverarbeiter dieser russischen Enklave leiden besonders unter dem Einfuhrverbot für EU-Schweinefleisch, das Ende Januar 2014 nach Ausbrüchen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen in Litauen und Polen verhängt wurde.
 
Ursprünglich sei nach dem Ausfall der europäischen Lieferungen von der dortigen Provinzregierung versprochen worden, das Defizit in vollem Umfang durch den Bezug von US-Schweinefleisch auszugleichen, berichtete Rugrad.eu. Allerdings hätten die Kaliningrader Verarbeiter noch Anfang April akute Probleme mit der Rohstoffversorgung gehabt und beklagten sich, dass US-Schweinefleisch nur in kleineren Mengen ankomme und überteuert sei.

Schweine aus Norwegen

Nun bemüht sich Russland um Schweine aus Norwegen. Mit der Einfuhr von Zucht- und Nutzschweinen könne schon Anfang Juni begonnen werden, erklärte der Pressesprecher der Aufsichtsbehörde, Alexej Alexejenko.
 
Ob mit dem auf internationaler Bühne bisher nicht groß in Erscheinung getretenen Schweineexporteur Norwegen der Fleischmangel behoben und der akute Preisanstieg gebremst werden kann, wird allerdings von Marktexperten bezweifelt.
 

Hofreport: Der Konradhof setzt auf Direktvermarktung in der Stadt

Auch interessant