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Umwelt

Schweiz: Helikopter versorgen Almkühe mit Wasser

von , am
12.08.2015

Die Hitze erfordert mittlerweile mancherorts Katastrophenhilfe. Per Helikopter versorgt derzeit die Schweizer Armee tausende Almkühe mit Wasser aus umliegenden Seen. Frankreich bezichtigte daraufhin die Schweiz des "Wasserdiebstahls".

Seit dem 20. Juli 2015 leistet die Armee militärische Katastrophenhilfe bei den Almbetrieben des Kantons Waadt und in den Waadtländer Voralpen. Aufgrund der anhaltenden Hitzewelle haben die Landwirte ein Wasser-Versorgungsproblem. 20.000 Kühe sitzen momentan laut Schweizer Fernsehen auf dem Trockenen. Deshalb hat sich die Schweizer Luftwaffe bereit erklärt, per Hubschrauber Wasser in die entlegenen Gebiete zu transportieren.
 

Einsatz soll Existenz der Bauern sichern

Für die Landwirte ist die Unterstützung der Armee eine Erleichterung. Denn die Tiere ins Tal zu treiben, würde die Alm-Bauern ihren Zuschlag kosten. Für Bergmilch bekommen sie fast doppelt so viel wie für konventionelle Milch aus dem Tal (etwa 80 statt 40 Rappen je Liter, was umgerechnet 73 statt 37 Cent je Liter entsprechen), berichtet ein Bauer gegenüber dem Schweizer Fernsehen.
 
Die Schweizer Armee verbucht die Flüge als Training. Der Einsatz erstreckte sich ursprünglich bis zum 4. August. Die geringen Niederschläge der letzten Tage haben die Situation in der Wasserversorgung nicht grundlegend verbessern können. Nun hat die Armee einem Gesuch des Kantons Waadt um Verlängerung des Einsatzes entsprochen. Weiterhin werden Tränken per Helikopter mit Wasser gefüllt, um Nutztiere im Gebiet versorgen zu können.

Frankreich protestiert

Das Wasser für die Schweizer Almkühe stammt unter anderem aus Bergseen des französischen Hoheitsgebiets. Dafür gab es prompt Stunk vom Nachbarn.
 
"Für ihre Kühe schickt die Schweiz Helikopter," klagten die Franzosen - und das, obwohl die französischen Behörden wegen anhaltender Trockenheit den Wasserverbrauch eingeschränkt hätten. Am Ende entschuldigte sich die Schweizer Armee für den "Wasserdiebstahl", berichtete Spiegel online.
 
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