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Wirtschaft

Schweiz: Nur noch 60.000 Bauernhöfe

aiz
am
03.08.2011

Bern - In der Schweiz wurden vergangenes Jahr erstmals weniger als 60.000 landwirtschaftliche Betriebe gezählt. Auch die Anzahl der Biobauernhöfe ging zurück, Großbetriebe gab es hingegen mehr.

Vor allem bei den mittleren Höfen ergab sich ein Rückgang, während bei den Großbetrieben ein Plus verzeichnet wurde. Dies geht aus der gestern vom Bundesamt für Statistik in Bern veröffentlichten Landwirtschaftlichen Betriebsstrukturerhebung 2010 hervor.

Immer weniger mittlere Betriebe

Den Angaben zufolge wurden im vergangenen Jahr in der Schweiz 59.065 landwirtschaftliche Betriebe registriert, um 1,6 Prozent weniger als 2009. Die Anzahl der auf den Höfen Beschäftigten belief sich auf 167.462, was gegenüber dem Jahr davor einer Abnahme um 1,4 Prozent entspricht.
 
  • Vor allem die Anzahl der mittleren Betriebe mit einer landwirtschaftlichen Nutzfläche (LN) zwischen drei und 20 Hektar (ha) hat seit 2009 abgenommen und erreichte 31.960 Einheiten im Jahr 2010 (-1.050).
  • Im Gegenzug blieb die Zahl der kleinen Höfe mit einer LN unter drei ha konstant bei 6.659.
  • Eine leichte Zunahme von 72 Einheiten verzeichneten die großen Betriebe mit mehr als 20 ha, deren Zahl sich auf 20.446 belief.
Dem entsprechend hat sich auch die durchschnittliche LN pro Betrieb um 0,2 auf 17,8 ha erhöht. Die Verteilung nach Zonen zeigt, dass 34.697 Betriebe im Talgebiet angesiedelt waren (58,7 Prozent) und die restlichen 24.368 Höfe im Berggebiet (Anteil 41,3 Prozent).
 
Die Anzahl der Schweizer Bio-Betriebe belief sich im Berichtsjahr auf 5.659, das entspricht 9,6 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe. Hier ergab sich ein Rückgang um 2,1 Prozent. Diese Abnahme bestätigt die rückläufige Tendenz im eidgenössischen Bio-Bereich, er war jedoch geringer als zwischen 2008 und 2009, wo ein Minus von 3,6 Prozent verzeichnet wurde. Die Bio-Produktion ist in dem Land sehr heterogen verteilt, immerhin aber befanden sich 43 Prozent aller Bio-Betriebe in den Kantonen Graubünden und Bern. Mehr als zwei Drittel aller biologisch wirtschaftenden Bauern waren im Berggebiet ansässig, dies entspricht einem Anteil von 69 Prozent, die restlichen 31 Prozent sind im Talgebiet tätig.

Trend zu größeren Tierbeständen

Die Tierproduktion ist ein wesentliches Standbein der Schweizer Landwirtschaft, dies betrifft insbesondere die Haltung von Rindern, Schweinen und Geflügel. Der Rindvieh- und Schweinebestand, der den mit Abstand größten Anteil der Nutztiere ausmacht, ist zwischen den Jahren 2000 und 2010 relativ konstant geblieben und betrug im vergangenen Jahr jeweils 1,6 Millionen Tiere. Der Geflügelbestand erreichte 2010 mehr als neun Millionen Stück und hat während der letzten zehn Jahre kontinuierlich zugenommen (+29%).
 
Der internationale Trend zu größeren Tierbeständen pro Betrieb macht sich auch in der Schweiz eindeutig bemerkbar. Beim Geflügel hat sich etwa die Zahl der Tiere pro Hof im Vergleich zu 2000 fast verdoppelt (von durchschnittlich 331 auf 647 Stück). In der Schweinehaltung ist diese Zahl von 98 auf 180 angewachsen, also um 84 Prozent.
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