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Interessenskonflikt

Schweiz: Verbot von Herdenschutzhunden wegen Touristen

Alm Weidehaltung
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Katharina Krenn , agrarheute
am
08.03.2018

Zur Wolfabwehr setzen auch die Schweizer Herdenschutzhunde ein. Jetzt fordert eine Region ein Verbot der Hunde wegen dem zunehmenden Tourismus.

In der Schweizer Region Andermatt prallen derzeit viele unterschiedliche Interessen aufeinander – die Leidtragenden sind die Weidetierhalter. Umweltschützer setzen sich für den Schutz des Wolfs ein, Weidehalter fürchten Wolfsrisse und setzten deshalb verstärktHerdenschutzhunde ein. Und jetzt fordern Wanderer ein Verbot der Schutzhunde, berichtet die Neue Züricher Zeitung. Der Grund: Die Hunde verängstigten Wanderer und Biker.

Zwischenfälle auf der Weide

Im letzten Sommer kam es zu mehreren Zwischenfällen mit Ausflüglern. Das stinkt dem Gemeinderat, der den zunehmenden Tourismus begrüßt. Rund 150 Einwohner haben eine Initiative eingereicht. Die Interessengemeinschaft "Keine Herdenschutzhunde» verlangt ein komplettes Halteverbot für Herdenhunde im Urserental. "Die Hunde vertreiben die Touristen von den Wegen, die wir mit viel Geld unterhalten. Letztlich richten sie mehr Schaden an, als sie nützen", empört sich IG-Präsident Columban Russi.

Herdenschutzhunde eingesperrt

Gemäss dem Experten für Herdenschutz kommt es auf einzelnen Alpen und Weiden häufig zu Konflikten. "Doch diese konnten wir bisher immer mit Einzelmassnahmen in Absprache mit den Gemeinwesen lösen", betont er. So wurden in den Kantonen Graubünden und Wallis schon Wanderwege teilweise verlegt oder mussten Hunde vorübergehend in einen Stall eingeschlossen werden. Laut dem Experten wäre es das erste flächendeckende Verbot in der Schweiz.

Mit Material von NZZ

Die Wolfsvorkommen in Deutschland im Überblick

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