Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Klimakrise

Schwere Regenfälle in Kalifornien: Tausende Hektar Felder überflutet

Flut in Kalifornien
am Dienstag, 17.01.2023 - 07:00 (Jetzt kommentieren)

Sturm und Regen suchen Teile Amerikas heim. Doch der ersehnte Niederschlag bringt nicht nur Tod und Verderben, sondern er löst auch nicht das grundsätzliche Dilemma des Wassermangels.

Nach der Dürre kommt die Flut. Weite Teile des amerikanischen Bundesstaats Kalifornien sind seit Ende des Jahres heftigen Stürmen und Regen ausgesetzt. Mindestens 19 Menschen sind bislang ums Leben gekommen, es gab zahlreiche Überflutungen, Stromausfälle und Evakuierungen. Präsident Joe Biden hat den Notstand ausgerufen und Bundeshilfen angeordnet.

Eine Besserung des Wetters ist noch nicht in Sicht: Diese Woche ist für den Westen der USA weiterer Regen angesagt. Zu allem Überfluss ist das viele Wasser nicht in der Lage, den grundsätzlichen Wassermangel in Kalifornien zu beheben. Dürre bleibt ein Thema. Und so sind Landwirte gleich mehrfach gebeutelt.

Mehr als 30.000 Hektar Felder überflutet

Begonnen hatte die Serie von schlechtem Wetter am 31. Dezember 2022. In einigen Regionen kam in den folgenden Tagen die Hälfte des Jahresniederschlages herunter, in manchen sogar der ganze Regen eines Jahres. In San Francisco fielen beispielsweise bis 10. Januar 345 mm Regen.

Straßen rutschten in vielen Kreisen ab und große landwirtschaftliche Fläche standen unter Wasser, etwa die Gegend um Salinas. Die Gegend ist für den Obst- und Gemüseanbau bekannt. Mehr als 30.000 ha könnten betroffen sein. So gedeihen hier 70 Prozent des amerikanischen Salats. Und es ist noch nicht vorbei. Vergangenen Sonnabend erreichte erneut ein Regengebiet die amerikanische Westküste. Hochwasserwarnungen betrafen laut US-Wetterdienst NWS rund 26 Millionen Kalifornier.

Ursache für die schweren Regenfälle sind sogenannte atmosphärische Flüsse, Meteorologen sprechen auch von „Arkstorm“ oder „ARkStorm“ für Atmospheric River kilo Storm. Dabei bringen Luftströmungen große Mengen extrem feuchter Luft aus den Tropen heran. Diese Bänder können tausende Kilometer lang sein und ihre Wassermenge kann der 7,5- bis 15fachen Durchflussmenge des Flusses Mississippi an seiner Mündung entsprechen. Es sind wirklich Ströme von Wasser in der Luft.

Immer noch zu wenig Wasser - schwere Dürre in 46 Prozent Kaliforniens

Im Prinzip sind die Menschen in Kalifornien über jeden Tropfen froh. Denn weite Landstriche leiden seit langem unter Wassermangel. Gerade nach den letzten drei sehr trockenen Jahren sind Regen und Schneefälle dringend nötig. Laut amerikanischem Dürremonitor sind immer noch 46 Prozent Kaliforniens von einer schweren Dürre betroffen.

Allerdings sind die Regenmassen jetzt nicht groß genug und gleichzeitig zu groß. Der ausgedörrte oder von Waldbränden verheerte Boden ist kaum in der Lage, das Wasser aufzunehmen. Was sich paradox anhört. Aber überflutete Straßen sind eben nur ein Aspekt. Viele Grundwasserkörper etwa im San Joaquin Valley sind nahezu leer, Quellen versiegt. Es braucht Jahre, um Abhilfe zu schaffen und die Wasserspeicher zu füllen.

Viele Regionen der USA leiden unter Extremwetter

Auch andere Regionen der USA sind diesen Winter bereits hart vom Wetter getroffen. In den Bundesstaaten Alabama und Georgia fegten Tornados durchs Land. Um Weihnachten herum waren vor allem die Ostküste und der Mittlere Westen von einem arktischen Sturmtief betroffen. Dabei kamen mehr als 60 Menschen ums Leben.

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...