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Sechs Monate auf Bewährung und Geldstrafe für Vogelfang

Rotkehlchen in einer Falle
am Mittwoch, 16.11.2022 - 11:02 (1 Kommentar)

Ein Gericht in Frankreich hat einen Mann verurteilt, der über Jahre mehrere Tausend Rotkehlchen getötet hat.

Der Fang von Singvögeln ist auch in Frankreich prinzipiell verboten. Doch die Praxis mit Leimfallen, Schlingen oder Netzen alle möglichen Arten zu fangen, ist weit verbreitet. In der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur wurde ein 78-jähriger Rentner zu sechs Monaten Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 25.000 Euro verurteilt. Zusätzlich muss er vier Naturschutzorganisationen, die als Nebenkläger auftraten,  je 3.000 Euro zahlen.

5.000 Singvögel pro Jahr getötet

Im Département Var hatte der Rentner in jedem Winter mehrere Tausend Rotkehlchen mit Schlagfallen aus Metall gefangen. In Zusammenarbeit mit der Gendarmerie hätten die Ermittler mehrere Fangplätze in der Gegend von Toulon gefunden, an denen täglich etwa 20 Rotkehlchen und andere Singvögel gefangen worden seien. Das summiert sich geschätzt auf eine Ausbeute von mindestens 5.000 Vögeln pro Jahr.

Hohe Bußgelder und Gefängnisstrafe für Vogel-Wilderei und -Händler

Laut Biodiveritätsbehörde OFB ist der Fang von Rotkehlchen und vergleichbaren Arten in der Region eine bekannte Praxis. Vor allem zur Weihnachtszeit werden dort Rotkehlchen in Form von Spießen mit je sechs Exemplaren gegessen.

Die meisten Singvögel sind in Frankreich seit 1976 geschützt. Wilderer könnten mit bis zu drei Jahren Gefängnis und Geldbußen von bis zu 150.000 Euro bestraft werden; auch die Kunden und Händler können belangt werden.

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