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Politik EU

Senkung der Zölle auf Kalidünger verlangt

von , am
27.04.2011

Brüssel - Die EU soll ihre Anti-Dumping-Politik gegen Kalidüngereinfuhren aus Russland und Weißrussland überdenken.

© Mühlhausen/landpixel
Das hat der britische Bauernverband (NFU) gefordert, der damit einem englischen Importeur den Rücken stärkt. Der NFU erklärte, es sei angesichts der miserablen Einkommenslage landwirtschaftlicher Betriebe ungerecht, wenn die EU billige Kaliumchlorideinfuhren blockiere. Kali sei ein essentielles Düngemittel, das beim Anbau von zahlreichen Kulturen zum Einsatz komme.
 
Seit der Festsetzung endgültiger Strafzölle im Jahr 2006 sei der Preis von 137 £ (156 Euro) auf zuletzt 340 £ (388 Euro) gestiegen. Anti-Dumping-Maßnahmen auf Düngemittel aus Drittländern verschärften die Marktlage zusätzlich und seien weder im Interesse der Landwirte noch der Verbraucher.

Anti-Dumping-Maßnahmen auf Düngemittel

Britische Bauern gäben heute rund 173 Millionen £ (197 Millionen Euro) pro Jahr für Kalidünger aus, 100 Millionen £ (114 Millionen Euro) mehr als 2006, so der NFU. Die EU wies Weißrussland, Russland und der Ukraine bereits Anfang der neunziger Jahre die unzulässige Subventionierung von Düngemittelausfuhren nach und führte 1992 Gegenmaßnahmen ein. Die Strafzölle wurden 2006 für Weißrussland und Russland angepasst und erneuert. Seither wird auf weißrussische Kalilieferungen, die über 700.000 Tonnen hinausgehen, ein Zusatzzoll in Höhe von 27,5 Prozent des Marktpreises fällig. Für zwei russische Exportunternehmen gelten ähnliche, aber geringere Zollsätze.

Handel will mehr Geld für Kalidünger

Seit November 2010 ist ein Überprüfungsverfahren im Gange, das von einem britischen Handelsunternehmen beantragt wurde. Laut Auskunft der Europäischen Kommission befindet sich diese Untersuchung noch in einer sehr frühen Phase. Man sammle erst einmal Daten und warte auf Kommentare von europäischen Kalinutzern, einschließlich der Vertreter der Landwirtschaft.
 
Wie aus Zahlen des Statistischen Amts der Europäischen Union (Eurostat) hervorgeht, waren die EU-Kalidüngerimporte zuletzt großen Schwankungen unterworfen, mutmaßlich auch wegen der Wirtschaftskrise. Ab 2008 hat sich der Kalipreis vervielfacht: Während 2007 im EU-Durchschnitt noch 150 Euro je Tonne gezahlt werden mussten, waren es im Jahr darauf 380 Euro je Tonne und 2010 rund 270 Euro je Tonne.
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