Login
Wirtschaft

Serbien: Großes landwirtschaftliches Potential - aber schlecht genutzt

Adrian Krebs, Präsident Schweizer Agrarjournalisten/lid
am
26.05.2011

Belgrad - Agrarprodukte sind die größte Exporthoffnung Serbiens. 65 Prozent der gesamten Fläche Serbiens sind landwirtschaftlich nutzbar. Das Land setzt große Hoffnungen in die EU.

Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt legte ein konkretes Angebot zur Neugestaltung der Hofabgabeklausel in der Alterssicherung der Landwirte (AdL) vor. © Mühlhausen/landpixel
Serbien hat dank einer Fruchtfolgefläche von vier Millionen Hektaren und guten Böden ein großes Landwirtschafts-Potenzial. Dieses ist zur Zeit aber ungenügend genützt, wie sich auf einer Reise von internationalen Agrarjournalisten durch das Land zeigte.
 
Wichtigste Gründe dafür sind sehr kleine durchschnittliche Betriebsgrößen, schlechte finanzielle Verhältnisse der Bauern, mangelnde Ausbildung und eine starke Landflucht.

Geringes Stütungsniveau

Die gut 440.000 gesetzlich anerkannten Bauern verfügen über eine Betriebsfläche von lediglich vier Hektar. Das Stützungsniveau ist tief: Serbien unterstützt seine Landwirte mit total 30 Millionen Euro jährlich, nur gut ein Prozent des Betrags, den sich die Schweiz ihre Landwirtschaft kosten lässt.
 
Deshalb erhofft man sich einiges von der EU, nicht nur was die Stützung angeht, sondern auch bezüglich Exporten. Wie der Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium gegenüber den Journalisten betonte, sind Agrarprodukte die größte Exporthoffnung der Serben, da weder der Dienstleistungssektor noch die Industrie in dieser Beziehung viel zu bieten haben.

Nettoexporteur von Agrarprodukten

Schon heute ist Serbien Nettoexporteur von Agrarprodukten, mit besonderem Fokus auf Rindfleisch, Getreide und Früchten, namentlich Himbeeren und Äpfeln. Die wichtigsten Exportländer sind allerdings in weniger zahlungskräftigen Regionen angesiedelt: Mit Russland, Weißrussland und der Türkei bestehen Freihandelsverträge.
 
Dorthin exportiert man unter anderem die Äpfel aus einer der mit 210 Hektaren zusammenhängender Fläche größten Apfelplantagen europaweit, die vom reichsten Serben, dem Geschäftsmann Miroslav Miskovic und seiner Delta Agrar betrieben wird.
Auch interessant