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Wirtschaft

Wie sicher sind Futtermittel?

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Anke Fritz, agrarheute
am
10.10.2012

Berlin - Wie werden Futtermittel produziert und wie sicher sind sie? Das Kraftfutterwerk in Fürstenwalde hat seine Tore geöffnet für die Medien geöffnet. agrarheute.com war mit dabei.

Vom Korn bis zum Futter - ein sicherer Prozess. Davon konnten sich Journalisten in der vergangenen Woche im FGL-Kraftfutterwerk Fürstenwalde überzeugen. Beim Medientag durften wir hinter die Mauern des Futtermittelwerks schauen und die einzelnen Stationen und Kontrollfunktionen vom angelieferten Korn bis hin zum fertigen Pellet bestaunen.

Fürstenwalde - logistischer Knotenpunkt

Das Tochterunternehmen der Agravis Raiffeisen AG in Fürstenwalde ist eines von 14 regionalen Futtermittelwerken. Rund 300.000 Tonnen Futtermittel für Geflügel, Schweine und Rinder werden hier jährlich produziert. Das Werk hat eine ideale Lage und dient als logistischer Knotenpunkt. Es hat eine direkte Anbindung an die wichtigsten Logistikwege - Wasser, Schiene und Autobahn. Aktuell werden jährlich 220.000 Tonnen Getreide über diese Transportverbindungen bewegt

Rückstellproben als Sicherheit

Im Minutentakt fährt ein LKW nach dem anderen vor. Die Rohwaren werden ausschließlich von zertifizierten Lieferanten bezogen, die nach strengen Richtlinien produzieren. Bevor die LKWs ihre Ware abliefern dürfen, wird automatisch eine Rückstellprobe entnommen. Diese wiegt ungefähr ein Kilogramm und wird für zwölf Monate gelagert, um die Rückverfolgbarkeit zu gewährleiten. Eine Schnellprobe stellt den Feuchtegehalt und das Hektolitergewicht fest. Das geschulte Auge des Müllers sucht die Ware nach äußeren Mängeln ab.

Auftragsbezogene Futterproduktion

Das Herzstück eines Kraftfutterwerkes ist die Steuerwarte. Eine Fülle von blinkenden Lämpchen informiert den Produktmanager darüber, wohin jede einzelne Futterkomponente geht. Bei den Rezepturen wird auf über 400 verschiedene Komponenten zurückgegriffen.
 
Das Futter wird auftragsbezogen produziert - in Fürstenwalde ist das vor allem Geflügelfutter. "Wir wissen ganz genau, wer welches Futter bekommt und von welchem Acker die Rohstoffe kommen", erklärt Timo Loponen, der stellvertretende Produktionsleiter. Je nach Kundenwunsch wird das Futter pelletiert. Doch bevor es soweit ist, wird das noch mehlartige Gemisch in speziellen Maschinen durch Zugabe von heißem Wasserdampf für einige Minuten erhitzt. So wird der Hygienestatus verbessert und die Keime abgetötet. Bevor die Pellets das Werk verlassen, wird erneut eine Rückstellprobe genommen und nach einem exakten Prüfplan im Labor analysiert.

690 Analysen pro Tag

Nach dem von der Futtermittelhygieneverordnung 183/2005 seit dem 1. Januar 2006 geforderten HACCP-System sind alle Beschaffungs-, Produktions- und Transportprozesse der Agravis  Raiffeisen AG analysiert worden. HACCP (Hazard Analysis and Critical Control Points = Gefahrenanalyse und Festlegung kritischer Kontrollpunkte) bedeutet, mögliche Gefahren für alle Prozessschritte und eingesetzten Rohprodukte frühzeitig zu erkennen, die Risiken zu bewerten und für alle kritischen Kontrollpunkte Beherrschungsmaßnahmen festzulegen.
 
"Dahinter steht ein komplexer Prozess an Kontrollen, an Monitoring und Untersuchungen. Das sorgt beispielsweise dafür, dass wir in unseren Verfahrens-, Arbeits- und Prüfanweisungen pro Jahr über 18.000 Futterproben kontrollieren. Diese Proben werden in akkreditierten internen und externen Labors auf rund zehn unterschiedliche Parameter untersucht. Das heißt: Insgesamt berücksichtigt die Agravis bei der Herstellung von Futtermitteln somit rund 180.000 Analysen pro Jahr - das sind 690 pro Produktionstag", verdeutlicht Friedrich Wilhelm Schneider, Geschäftsführer der Agravis-Beteiligungsgesellschaft AGRI-Q Service GmbH.
 
Am Ende des Tages waren alle Journalisten ziemlich beeindruckt vom Qualitäts- und Sicherheitsmanagement im Futtermittelwerk Fürstenwalde.
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