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Urteil

Siloballen zerstört: Landwirt erhält doch 50.000 Euro Schadensersatz

Silomaisballen
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Eva Eckinger, agrarheute
am
28.10.2016

Nachdem ein Kind mehrere Siloballen zerstochen hatte, starben 32 Rinder durch das verdorbene Futter. Die Klage des Landwirtes wurde vorerst abgewiesen. Nun einigte man sich doch auf einen Vergleich.

Ein Landwirt im Allgäu hat nun mit seiner Berufung vor Gericht Erfolg gehabt. In dem Fall hatte ein Kind, das mit seinen Eltern Urlaub auf dem Hof machte, beim Spielen Löcher in Mais-Silageballen gestochen, wodurch im Innern des Ballens Schimmelnester entstanden. Daraufhin verendeten 32 Rinder des Landwirts. agrarheute berichtete über den Fall der zerstörten Ballen.

100.000 Euro Schaden: Klage vorerst abgewiesen

Dem Milchviehhalter war dadurch ein Schaden von rund 100.000 Euro entstanden. Der Landwirt forderte Schadensersatz. Die Klage gegen die Eltern des Elfjährigen wurde allerdings vom Landgericht Kempten abgewiesen, da der Junge die Konsequenzen nicht hätte einschätzen können.

Landwirte legt Berufung ein

Der Landwirt legte Berufung ein. Nun landete das Verfahren vor dem Zivilsenat des Oberlandesgerichts in Augsburg. Und die dortigen Richter sahen den Fall etwas anders.

Zwar würde den Vater des Kindes auch ihrer Meinung nach keine Schuld treffen, der Junge könne aber für den Schaden haftbar gemacht werden, erläuterte Richter Thomas Ermer.

Gericht: Kind habe Folgen gewusst

Man gehe davon aus, dass der damals Elfjährige durchaus gewusst habe, dass er die Folien nicht hätte kaputt machen dürfen. "Und wer eine Verpackung bewusst beschädigt, ist auch verantwortlich für die Folgeschäden", sagte der Richter.

Für den Landwirt aber werde der Weg bis hin zu einer erfolgreiche Klage noch weit sein, machte der Richter weiter deutlich. So seien mehrere zusätzliche Gutachten notwendig.

Darüber hinaus hielt das Gericht die Höhe der Schadensforderung für fragwürdig.

Vergleich: 50.000 Euro für geschädigten Landwirt

Um eine "zeitaufwendige und teure Beweisaufnahme" zu verhindern, schlug der Richter beiden Parteien laut Augsburger Allgemeine vor, über eine einvernehmliche Regelung nachzudenken.

Schließlich einigten sie sich auch auf einen Vergleich: Die Versicherung der Familie des Jungen bezahlt dem Landwirt 50.000 Euro.

Quelle: dpa, Augsburger Allgemeine

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