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Feuerwerk

Silvesternacht: Rücksicht auf die Tiere beim Böllern

Silvesterfeuerwerk in einem Dorf in Tirol
am Samstag, 31.12.2022 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Böller, Feuerwerk und Raketen bedeuten Stress für Haus-, Nutz- und Wildtiere. Landwirte ärgern sich über Silvestermüll. So beugen Sie vor.

Silvesternacht, das alte Jahr geht, ein neues kommt. Was auch immer das Neue Jahr uns bringen wird: Den Übergang ins Jahr 2023 werden viele Menschen mit ausgelassenem Feiern und vor allem mit viel Feuerwerk feiern. Für viele gehören Böller und Raketen um Mitternacht einfach dazu. Die anderen ärgern sich über den Lärm und die Feinstaubbelastung.

Besonders im ländlichen Raum kommen weitere Probleme hinzu: Das Feuerwerk zu Silvester verursacht enormen Stress bei Haus-, Wild- und Nutztiere. Tiere können ausbrechen, durch Zäune gehen und sich und andere verletzen. Ein Feuerwerk am Schliersberg beispielsweise hat vor 2 Jahren einige Kühe so in Panik versetzt, dass sie Reißaus nahmen, fünf von ihnen wurden erst Tage später wieder gefunden.

Auch die Bundestierärztekammer mahnt zur Vorsicht beim Feuerwerk: "Nicht nur Kleintiere reagieren empfindlich auf Feuerwerk. Gefährlich kann es werden, wenn Pferde, Rinder oder andere Tiere sich im Auslauf oder auf der Weide befinden, in Panik den Zaun durchbrechen und z.B. auf eine vielbefahrene Straße laufen." Die Kammer rät Landwirten, Weidetiere vor dem Feuerwerk in den Stall zu bringen.  Das sei zum Schutze der Tiere wichtig, aber auch, um Unfällen zum Beispiel im Straßenverkehr vorzubeugen. 
In der Nähe besonders empfindlicher Tiere, z. B. von Putenställen, sollten gar keine Feuerwerke abgebrannt werden, da die "mit großer Wahrscheinlichkeit auftretende Panik zum Tod vieler Tiere führen kann."

    Mit Material von RND

    Was können Landwirte gegen Raketen in der Silvesternacht tun

    Verbieten lässt sich das Feuerwerk der Nachbarn nicht. Landwirte können aber einiges tun, um die Gefahr für Stall und Hof wie auch für die Tiere zu minimieren:

    • Sprechen Sie Ihre Nachbarn an und bitten Sie sie, Böller und Raketen vielleicht ein paar Meter entfernt zu zünden.
    • Erklären Sie den Nachbarn, wie Tiere auf den Lärm und die Explosionen reagieren könnten.
    • Schauen Sie in der Silvesternacht regelmäßig nach den Tieren. Die Anwesenheit einer ihnen bekannten Person im Stall kann Rinder, Schafe, Pferde und Schweine beruhigen.
    • Schauen Sie nicht erst um 12 Uhr nach, sondern in regelmäßigen Abständen schon ab 21 Uhr - viele Kinder böllern schon eher und auch der ein oder andere Erwachsene hält es mit dem Raketenschießen nicht bis zum Jahreswechsel aus.
    • Lassen Sie alle Tiere im Stall. Schließen Sie Türen und Fenster, das verringert den Lärm und die Tiere erschrecken nicht zusätzlich durch die Lichtblitze. Bei Pferden ist es allerdings manchmal sinnvoller, sie zuschauen zu lassen.
    • Kontrollieren Sie auch nach 12 Uhr die Ställe nach  - vielleicht hat sich ein Tier verletzt oder es ist ein Feuerwerkskörper auf oder an den Stall gefallen.

    Was können Landwirte gegen Müll aus der Silvesternacht tun?

    Außerdem ärgern sich viele Landwirte über Müll aus der Silvesternacht auf ihren Äckern. Denn die Raketenreste fallen dort herunter, wo die Rakete am Himmel explodiert. Stabe, Hülsen mit Schwarzpulverresten und Plastikkappen landen so ungebremst auf Weiden, Wiesen und Feldern.

    • Müll aus der Silvesternacht muss ordnungsgemäß entsorgt werden und darf nicht achtlos auf Wegen, Wiesen oder Feldern liegen bleiben. So wird er für Wild, aber auch für Weidetiere zu einer großen Gefahr. Plastikreste gefährden zum Beispiel die Gesundheit der Tiere.  
    • Das Zünden von Raketen und Böllern in der Nähe von Wäldern, Ufern, Parks und Weiden ist unbedingt zu unterlassen.
    • Am nächsten Morgen sollten Sie unbedingt die dorfnahen Schläge begutachten und Böllermüll einsammeln. 
    • Tipp einer Landwirtin: Die Kinder aus der Nachbarschaft einladen und einen Wettbewerb daraus machen - wer findet die meisten Kappen oder Stäbe? Der Gewinner bekommt ein Geschenk.

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