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Dorf und Familie

Sinkende Milchpreise, SOKO Tierschutz, Fernbeziehung

Matthias Ludwig
am
07.11.2014

Die Topthemen der Woche in unserer Community: Welche Konsequenzen hat die Milchpreisentwicklung? Welche Rolle spielt Kommerz in Videos von Tierrechtlern? Und kann eine Fernbeziehung funktionieren?

Discounter Aldi senkt Milchpreis um zehn Cent je Liter
 
Luzionline kommentiert einen Beitrag auf agrarheute.com: "Ganz klar Marktwirtschaft, wenn mehr produziert wird, als sich zu hohen Preisen verkaufen lässt, sinkt der Preis. War abzusehen, weltweit wurde die Milchproduktion wegen der hohen Preise hochgefahren, aber für diejenigen welche in der Hochpreisphase Rücklagen gebildet haben, wird das nächste Preistal kein existenzielles Problem darstellen."

angus25 meint dazu: "[...] kommt auf die Länge und Tiefe des Tals an."
Kartoffelbluete schreibt etwas sarkastisch: "So braucht man sich wenigstens keine Gedanken zu machen, was man mit dem Geld, das man die letzten zwei Jahre verdient hat, alles machen könnte. Steuern nachzahlen und den Rest im Preistief  wieder verbrennen, das macht richtig Sinn."

Alpengluehn merkt an: "Was Aldi da macht, ist absolut ok. Es ist zuviel Milch auf dem Markt und dann fällt eben der Preis. Wir werden auf lange Dauer mit diesen Zuständen leben müssen, bis auch der letzte Turbomelker das Prinzip Marktwirtschaft kapiert." Darauf kontert nurich: "Ich geb dir Recht, dass man Aldi hier nichts vorwerfen kann und dass das die Situation der Zukunft ist, viel Milch - fallender Preis. Aber ob es vorrangig ein Problem der 'Turbomelker' ist, bezweifle ich. Diese Anlagen werden weiter laufen und wachsen (müssen), aber wie lange der kleine Betrieb seine Substanz den Kühen vorwirft, das ist die Frage."
 

SOKO Tierschutz - Geschäftsmodell auf dem Rücken der Bauern

Anton78 schreibt: "Es kommen immer mehr schmutzige Details über die SOKO Tierschutz ans Tageslicht. ... Es werden immer mehr Stimmen laut, die bestätigen, dass es der SOKO Tierschutz nur um den Verkauf ihrer Filme und Fotos geht. Nach verschiedenen Aussagen wurden allein im letzten Jahr von Friedrich Mülln zig Hundertausend Euro mit RTL, VOX, N24 und SAT1 eingenommen. Dafür muss ich harzig krampfen."
Llanes antwortet: "Diese Meldungen und Betrugsvorwürfe sind zwar nichts neues mehr, aber es ist auch nicht verkehrt, wenn es hier nochmal veröffentlicht wird. Jeder Unternehmer sucht sich seine Nische, um Geld zu machen, die Tierrechtler haben sich diese Nische ausgesucht. "

Stefan86 meint: "Das Problem, dass wir hier momentan haben, ist dass diese Generation der Alt-68er jetzt in vielen Medienhäusern, Kanzleien, Gerichten, Ämtern, Parteizentralen usw. in Führungspositionen sitzen. Der Großteil davon hat sich in seinem/ihrem Leben noch nie mit Arbeit die Hände schmutzig machen müssen und hat dementsprechend wenig Ahnung davon. Also glauben sie auch jeden Mist, der von solchen NGOs kommt bzw. unterstützen sie sogar. Solche Meldungen werden im Gegensatz zu anderen "Skandalen" bewusst nicht groß in die Öffentlichkeit getragen."
 
DWEWT sieht es anders: "Die "Alt-68-er" taugen nun wirklich nicht mehr als Feindbild! Schon rein rechnerisch sind die heute alle über 65 und wohl auch mental im Ruhestand. Selbst deren Kinder, die einem Vorurteil nach alle antiautoritär erzogen wurden, sind heute zwischen 40 und 50 Jahre alt und bei solchen illegalen Aktionen nicht mehr anzutreffen. Nein, wir haben es mit einer Gruppierung zu tun, die, aus welchem Grund auch immer, in Opposition zum Konsum-Mainstream geraten ist. [...] Es ist ein gesellschaftliches Problem und damit auch eines, an dessen Entstehung wir selbst beteiligt waren/sind."
 

Silagerundballen, wann öffnen?

fury007 möchte Wissen: "Nun wurde in topagrar soviel über die Silagerundballen geschrieben, aber, ich habe nirgends gelesen, wie lange man die Dinger vor dem verfüttern Silieren lassen muss. Oder ist die Dauer wie bei "normaler" Grassilage auch so zirka 6 bis 8 Wochen?"

Darky meint: "Ich denke bei normalen Verhältnissen ist man nach sechs Wochen auf der sicheren Seite."

Und BadFarmer antwortet: "Ich habe schon Ballen mit nicht mal 5 Wochen verfüttert, und die waren top durchsiliert. Aber wie Darky schon schrieb, wenns nicht eilt, dann einfach 6 Wochen warten. Dann hast du mit Sicherheit keine Probleme mehr." Hirschtreiber ist der Meinung: "So pauschal kann man das mit 6 Wochen nicht beantworten. Wenn schwer silierbares Material wie z. B. altes Heugras/Grumet eingewickelt wurde sollte man mindestens 8 Wochen warten."
 
Und Matthias schreibt: "Also vom Silierprozess her kann man sie relativ schnell öffnen. Das Problem ist bei den Hefen und Pilzen - die hinterher zu Nacherwärmung und Schimmel führen - die brauchen etwa 6-8 Wochen die Silage zu entkeimen. Allerdings kannst du das bei Ballen relativ gut steuern, je nachdem wie lange du an denen fütterst. Und werden sie auf dem Futtertisch warm einfach noch liegen lassen, wäre jetzt meine Meinung."
 

Fernbeziehungen in der Landwirtschaft

dorinka möchte ebenfalls die Meinung der Landliveuser erfahren: "Nach über 2-jähriger Single-Zeit habe ich vor kurzem einen netten Mann kennen gelernt, beide haben wir mehr oder weniger große Betriebe zu führen, er ortsgebunden aufgrund auch von Milchviehhaltung, ich im Grunde auch ortsgebunden wegen Betrieb, Teilzeitjob außerhalb der LW und meiner pflegebedürftigen Mutter. Was mir aber einfach wahnsinnig Kopfzerbrechen bereitet, wie soll man so eine beziehung führen, wenn man über 100 km entfernt voneinander lebt und arbeitet?"

nurich
rät: "Ich kann mir eine Fernbeziehung eigentlich gar nicht dauerhaft vorstellen und glaube auch nicht, dass das bei geregelten Arbeitszeiten soviel einfacher ist. Ich kenn eure Betriebe nicht, aber Betrieb und Nebenjob würden sich sicher organisieren lassen. Da muss man vielleicht mal etwas außergewöhnliche Wege gehen. Das größere Problem sehe ich bei deinen Eltern bzw. deiner pflegebedürftigen Mutter. Einen alten Baum verpflanzt man halt nicht so leicht. Erfahrung hab ich mit der Situation zwar keine, aber wenn du schreibst, ihr habt euch vor kurzem kennengelernt, dann gib euch eine Chance und schau was sich entwickelt. Eine Lösung findet sich für jedes Problem, wenn man wirklich danach sucht. Und wenn es nicht funktioniert, dann genieße die Zeit solange es passt."

Birkenwald gibt zu Bedenken: "Landwirtschaft, Teilzeitarbeit, Pflege der Mutter...? Ist da noch Platz für eine Partnerschaft? In mir entsteht bei der Schilderung das Bild einer herumeilenden Frau mit vielen Baustellen. Mit 30 ist man in der Hochzeit des Lebens und voller Kraft um gemeinsame Lebensprojekte (Hofentwicklung, Familiengründung, etc.) voranzutreiben. Es ehrt dich, dass du deine Eltern unterstützt. Vielleicht kannst du dies in Zukunft in einer Weise tun, die dir mehr Freiheit lässt. Es gibt doch gute ambulante Pflegedienstleister. Für mich hat das nichts mit "im Stich lassen" zu tun. Man kann in vieler Hinsicht für die Eltern da sein. Vielmehr muss man aufpassen, nicht sich selber im Stich zu lassen, in dem man Sehnsüchte und Lebenspläne schiebt und schiebt. Deine Eltern haben sich, wen hast du?"
 

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