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Umfrageergebnisse

So gesund sind Deutschlands Landwirte

Landwirt in Getreidefeld
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Julia Eder, agrarheute
am
06.02.2018

1.323 Teilnehmer haben bei der großen agrarheute-Gesundheitsumfrage mitgemacht. So steht es um die körperliche und psychische Gesundheit der Landwirte.

Gesundheit ist in der Landwirtschaft ein wichtiges Thema, in einem Berufszweig, in dem es keine 40-Stunden-Woche gibt, sondern in dem sieben Tage die Woche bei Bedarf auch Tag und Nacht gearbeitet wird. Bei Wind und Wetter im Freien, aber auch mit viel Büroarbeit und oftmals auch den psychischen Herausforderungen der Selbstständigkeit.

agrarheute in einer Studie mit 1.323 Landwirten ausgewertet, wie es um deren Gesundheit bestellt ist. Das Ergebnis: Auch bei anstrengender Tätigkeit sehen sich die deutschen Landwirtinnen und Landwirte als gesund an – sind aber auch, was ihre psychische Belastung angeht, offen.

Mehrheit der Landwirte bezeichnet sich als gesund

In insgesamt 15 Kategorien wurden in der agrarheute-Gesundheitsstudie Daten über akute Krankheitsbilder erhoben – mit einem, auf den ersten Blick, positiven Ergebnis: Größtenteils bezeichnen sich die Landwirtinnen und Landwirte als gesund. Die häufigsten chronischen Krankheitsbilder sind Erkrankungen von Muskeln oder am Skelett wie z. B. Bandscheibenvorfall (14 Prozent), Herz- und Kreislauf-Erkrankungen (9 Prozent).

Jeder zweite Landwirt findet seine Arbeit geistig anstrengend

83 Prozent der Befragten macht ihre Arbeit Spaß – eine erwiesenermaßen wichtige Grundlage für Gesundheit im Berufsleben. 55 Prozent der Befragten sehen dabei ihre Tätigkeit als körperlich anstrengend an, 66 Prozent als geistig anstrengend. 45 Prozent sehen sich in ihrer Tätigkeit häufig Lärm ausgesetzt. (die Befragten beantworteten die entsprechenden Fragen mit „stimme zu“ bzw. „stimme eher zu“).

10,5 Stunden Arbeitszeit pro Tag

Die durchschnittliche Arbeitszeit pro Tag wird mit 10,5 Stunden angegeben. Eine Minderheit von 40 Prozent der Teilnehmer erhält nach eigenen Angaben ausreichend Schlaf.

Als Prävention gegen Krankheiten setzen 70 Prozent der Befragten auf regelmäßige gesunde Ernährung und Ruhepausen zur Regeneration (46 Prozent). Entspannungsübungen, Massagen o. ä. werden als Präventionsmaßnahmen dagegen kaum genutzt.

59 % fühlen sich am Feierabend verbraucht

Neben den körperlichen Erkrankungen hatte die Gesundheitsstudie auch Fragen zu Psyche und emotionaler Belastung zum Inhalt, die die Anforderungen der landwirtschaftlichen Arbeit zeigen:

  • 59 % fühlen sich am Ende eines Arbeitstages verbraucht.
  • 40 % fühlen sich durch ihre Arbeit emotional erschöpft.
  • 36 % haben das Gefühl, dass ihnen andere Menschen oder deren Angehörige die Schuld für manche ihrer Probleme geben.

Bei allen emotionalen Anforderungen bejahen 78 Prozent der Studienteilnehmer die Frage, ob sie viele lohnende Ziele mit ihrer Arbeit erreicht haben.

Weitere Details zu den Studienergebnissen finden Sie in den kommenden Ausgaben der agrarheute. In der Ausgabe Februar 2018 zeigen wie Ihnen die Ergebnisse zu Burn-Out, wie Sie die Krankheit erkennen und was Sie dagegen tun können.

Mehr Themen im agrarheute Magazin

Aktuelles Heft Oktober 2018

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