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Kommunikation mit dem Verbraucher

So klappt es mit der Öffentlichkeitsarbeit

Frau und Mann auf DLG-Bühne
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Barbara Engelen, agrarheute
am
22.02.2019

Wie kann ich als Landwirt das Ansehen meines Berufsstandes in der Bevölkerung verbessern? Dieser Frage gingen Kommunikationsexperten in dieser Woche auf der DLG-Wintertagung in Hannover nach. Der volle Tagungssaal verdeutlichte, dass das Thema in der Branche von hohem Interesse ist.

Kommunizieren Landwirte zu wenig – oder falsch mit den Verbrauchern?

In verschiedenen Thesen legte Prof. Dr. Matthias Michael (Präsident der Deutschen Gesellschaft für Reputationsmanagement) dar, was seiner Ansicht nach falsch läuft in der Kommunikation zwischen Landwirtschaft und den deutschen Verbrauchern. So werden Bauern oft als Tierquäler, Subventionsempfänger und Umweltverschmutzer gesehen. Um das zu ändern schlägt Prof. Michael ein Pflichtpraktikum in der neunten Klasse vor. Er sieht die Schüler als Multiplikatoren. Sie würden in der Klasse, in der Familie und im Freundeskreis authentisch über ihre Erlebnisse berichten und könnten so zum Umdenken beitragen.

Um das Ansehen der Agrarbranche zu verbessern, hat Prof. Michael folgende Vorschläge für die Kommunikation:

Zentral gesteuerte oder lokale Kommunikation

Die Frage ob Landwirte konzentriert aus einem Verband heraus kommunizieren sollten, beantwortet Jutta Zeisset im anschließenden Vortrag mit einem klaren Nein. Die Social Media Trainerin und Trägerin der Professor-Niklas-Medaille (Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft) erklärt kurz und knapp warum: „Ich bin viel schneller.“

Gemeinsam mit Thomas Fabrykant hat Zeisset im vergangenen Jahr das Buch „Social Media für Landwirte“ herausgebracht. Fabrykant, der als Filmemacher in der Agrarbranche unterwegs ist, stellt klar, dass auch jeder Landwirt auf kleiner Ebene Öffentlichkeitsarbeit machen kann. So sei beispielsweise ein guter Kontakt zu den lokalen Medien vor Ort sehr hilfreich. Mithilfe der Lokalzeitung könnten Vorurteile in unmittelbarer Nähe ausgeräumt werden und Verständnis für die eigene Arbeit geschafft werden.

Zeisset und Fabrykant sind Vorreiter in digitalter Kommunikation

Dass sie in Sachen Digitalisierung und Online-Kommunikation fit sind, beweist ein aktuelles Projekt der beiden Social Media-Profis. Fragen zur Landwirtschaft können per Sprachassistent beantwortet werden.

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