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Wetterrückblick

So war der Herbst 2015

© Leo Malsam/istockphoto
DWD/ah
am
29.12.2015

Wie hat sich das Wetter im Herbst 2015 auf die Landwirtschaft ausgewirkt? Ein Rückblick.

Warm, bei nahezu durschnittlicher Niederschlagsmenge und Sonnenscheindauer - so war der Herbst 2015. Der September und der Oktober fielen kühl, sonnenscheinarm und trocken aus. Somit konnten die Böden gut befahren werden; die Aussaat der Winterkulturen verlief meist reibungslo. Wie der Deutsche Wetterdienst berichtet, führten die fehlenden Niederschläge allerdings zu einer Anspannung der Bodenfeuchtesituation.

Der November hingegen - er brachte eine nasse, sonnige und vor allem warme Witterung - sorgte dafür, dass die Böden ihre Wasservorräte wieder etwas auffüllen konnten. Vegetationsruhe war zum Ende der Jahreszeit nicht in Sicht. Das berichtet der Deutsche Wetterdienst (DWD) über die Auswirkungen des Wetters auf die Landwirtschaft in Deutschland im Herbst 2015.

Agrarwetter im September: Herbstbestellung läuft gut an

Dem in weiten Teilen Deutschlands heiß-trockenen Sommer folgte ein unauffälliger September. Im Nordwesten blieb der Monat bei wenig Sonnenschein recht kühl und brachte gebietsweise einen deutlichen Niederschlagsüberschuss. Auch in der Mitte des Landes ging die seit Februar anhaltende Trockenheit zu Ende, während sie in den meisten Regionen im Süden und Osten weiter andauerte. Dort wechselten sich zu kühle und zu warme Abschnitte ab. Zudem gab es in ungünstigen Lagen ersten leichten Frost in Bodennähe und leichten Luftfrost. Insgesamt lagen Temperatur, Niederschlag und Sonnenscheindauer im September leicht unter dem vieljährigen Mittel.

Die Winterrapsaussaat wurde in der ersten Monatsdekade landesweit abgeschlossen. Parallel begann die Wintergersten- und Winterweizenaussaat, die aufgrund des teils durchwachsenen Wetters vor allem in der Westhälfte Deutschlands häufig ins Stocken geriet und sich somit bis Monatsende und sogar darüber hinaus hinzog.

Abhängig von den Niederschlägen liefen die jungen Saaten regional sehr unterschiedlich auf. Die Situation im Mais war stark abhängig vom Boden. Auf leichten Böden erfolgte die Siloernte sehr früh mit deutlich zu hohen Trockensubstanzgehalten, auf schweren Böden ab Monatsende und dann im Oktober.

Auch die Zuckerrübenkampagne begann regional zum Monatswechsel. Durch das insgesamt niedrige Temperaturniveau und teilweise unbeständige Wetter blieb der Rapserdfloh-Befall verhalten, jedoch gab es Probleme mit Mäusen und Schnecken. Vor allem das trocken-sonnige Monatsende konnte vereinzelt noch für einen letzten Grünlandschnitt genutzt werden. Oftmals mangelte es aufgrund der verbreiteten Trockenheit an ausreichend großem Aufwuchs. Nach Aussagen einiger Landwirte erbrachte das Grünland in diesem Jahr regional einen Schnitt zu wenig und insgesamt zu geringe Erträge.

Agrarwetter im Oktober: Verbreitet Frost

Der Oktober war mit teilweise ruhigem Wetter, viel Sonnenschein und in den Niederungen Nebel oder Hochnebel recht typisch. Unbeständige Tage mit Niederschlägen gab es auch. Um die Monatsmitte führte ein erstes winterliches Intermezzo gebietsweise bereits zu Schneefällen bis ins Flachland. Außerdem traten verbreitet leichter bis mäßiger Frost in Bodennähe sowie leichter Luftfrost auf. Der Oktober war trotz allem der neunte zu trockene Monat in Folge und die Bodenfeuchte blieb besonders im Südwesten zu gering. Zudem fiel er etwas zu kühl aus bei leicht unterdurchschnittlicher Sonnenscheindauer.

Aufgrund der zeitweiligen Unbeständigkeit des Wetters waren die Böden nicht immer befahrbar, so dass die Feldarbeiten vorübergehend ruhen mussten. Das betraf vor allem den Nordosten. Sonst waren die landwirtschaftlichen Bedingungen recht günstig: alle anstehenden Außenarbeiten von der noch letzten Wintergerstenaussaat über die Winterweizenaussaat bis hin zur Rübenernte waren problemlos möglich. In den Rübenbeständen begünstigte das weitgehend trocken-sonnige Wetter auch die Zuckereinlagerung. Neben der Ernte der Rüben setzte sich auch die der späten Kartoffeln fort.

Die Silomaisernte wurde abgeschlossen, obwohl zum Erntezeitpunkt nicht alle Bestände komplett abgreift waren. Die Aktivität der Schädlinge kam durch die erneute Milderung nach dem kurzen Kälteeinbruch noch nicht zum Erliegen. Andererseits entwickelten sich die Wintersaaten gut, so dass auch Einkürzungen notwendig waren. Die zu diesem Zeitpunkt recht milden Temperaturen ließen noch keine Vegetationsruhe zu. Insgesamt führten die vielen strahlungsintensiven Tage, gepaart mit kühlen Nächten, zu einer besonders intensiven, bunten Blattverfärbung.

Agrarwetter im November: Ende der Trockenheit

Im November überquerten immer wieder Ausläufer atlantischer Tiefdruckgebiete Norddeutschland. In Süddeutschland dauerte die Trockenheit unter Hochdruckeinfluss zunächst noch an. Dazu herrschte verbreitet eine für die Jahreszeit extreme Wärme. Im letzten Monatsdrittel kamen die Niederschläge südwärts voran und beendeten auch dort die Trockenheit. Die kritische Bodenfeuchtesituation entspannte sich. Die Wasservorräte der Böden füllten sich allmählich auf. Nur Standorte mit schweren Böden stellten Bodenwasserdefizite dar. Der November war nach dem Januar erst der zweite Monat des Jahres, der sein Regensoll deutlich übertraf. Zuletzt brachten die Niederschläge sogar einen Temperatursturz. In vielen Gebieten folgte ein erster längerer Winterabschnitt. Trotzdem wurde der letzte Herbstmonat bei genügend Niederschlag und Sonnenschein deutschlandweit zum wärmsten November seit Beginn regelmäßiger Wetteraufzeichnungen.


Ohne Probleme konnten alle landwirtschaftlichen Arbeiten zu Ende geführt werden. Vor Inkrafttreten der Sperrfrist konnte auf Grünland meist noch Gülle gefahren werden und auch Pflanzenschutzmaßnahmen fanden anfangs noch statt. Außerdem wurde die Zuckerrübenernte fortgesetzt.

Die Kulturpflanzen, wie auch die meisten heimischen Gräser und Unkräuter wuchsen weiter - insbesondere in der sehr milden Phase über die Monatsmitte hinweg, die eher in den September gepasst hätte. Von Vegetationsruhe war noch nichts zu spüren. Daran änderte auch der kurze Wintereinbruch mit einer ersten dünnen Schneedecke am Monatsende nicht viel. Die kühle Phase war zudem noch nicht ausreichend für die Abhärtung der Winterungen und auch Zwischenfruchtbestände sind noch nicht abgefroren. Die Stieleichen haben noch nicht überall ihre Blätter abgeworfen, so dass der phänologische Winterbeginn, der durch diese Phase eingeleitet wird, noch nicht deutschlandweit eingetreten ist.

Der große Gummistiefeltest - welcher Schuh ist der Richtige für mich?

Wenn man sich jetzt Gummistiefel kauft, die im Sommer guten Grip haben und im Winter auch noch warm halten, steht man vor der Qual der Wahl. Bei folgenden Modellen hat die dlz next getestet, ob sie diese Anforderungen erfüllen: W.K.Tex. Thermostiefel Polytherm, Nokian Kevo Outlast, Aigle Parcours Iso, Dunlop Purofort Thermo+full safety, Gevavi Safety Thermotop. © Katharina Kiermeier
W.K.Tex. Thermostiefel Polytherm (Gewicht: 0,8 kg, Preis: 74,99 Euro): Der Träger dieses Stiefels hat einen relativ rutschfesten Schuh an den Füßen. Allerdings ist er aufgrund des flachen Profils nicht so trittsicher wie die anderen Teststiefel. Das Material ist vergleichsweise starr und gab den Bewegungen kaum nach. Das Innenfutter (Fell) wirkte anfangs sehr eng, passte sich aber letztendlich gut an Fuß und Wade an. © Dagmar Davids
Nokian Kevo Outlast (Gewicht: 1 kg, Preis: 159,90 Euro): Der Nokian Kevo Outlast lässt sich mit Spikes aufrüsten. Für den Test der dlz next wurde somit auch einer der beiden Stiefel mit Spikes bestückt. Beim Wettrennen konnten die Tester zwar erst keinen Unterschied feststellen, beim Hinaufklettern der Böschung jedoch schon. Der sehr leichte, flexible Kevo Outlast hielt die Füße während der gesamten Testdauer warm. © Dagmar Davids
Aigle Parcours Iso (Gewicht: 1,3 kg, Preis: 200 Euro): Der Parcours Iso von Aigle bot dank des groben Profils beim Wettrennen sowie beim Hinaufklettern der Böschung guten Halt. Den Testern fiel positiv auf, dass das Material besonders flexibel ist und beim Laufen allen Bewegungen nachgibt. Grober Dreck lässt sich mühelos mit dem Wasserschlauch entfernen. Um aber Verschmierungen zum Beispiel am Spann loszuwerden, muss man zusätzlich mit einem Lappen nachhelfen. Zu erwähnen wäre noch, dass Menschen mit kräftigen Waden wohl Hilfe beim Ausziehen des Stiefels benötigen. © Dagmar Davids
Dunlop Purofort Thermo + full safety (Gewicht: 1,2 kg, Preis: 124,50 Euro): Bei Rutschfestigkeit und Trittsicherheit hat dieser Stiefel die Tester der dlz next voll und ganz überzeugt. Auch den Reinigungstest hat er gut gemeistert. Hier reichte ein Wasserstrahl zur Entfernung des groben Drecks. Um aber den letzten Schmutzrest an den Kanten auch noch loszuwerden, muss man sehr präzise spritzen. Optisch wirkt der Purofort Thermo+ full safety sehr klobig, jedoch ist er den Testern zufolge überraschend angenehm zu tragen. Er rollt sehr leicht ab, aber ist am Knöchel recht weit geschnitten. © Dagmar Davids
Gevavi Safety Thermotop (Gewicht: 1,4 kg, Preis: 113 Euro): Der Gevavi Safety Thermotop ist der schwerste der getesteten Stiefel. Dies macht sich infolge auch beim Tragekomfort bemerkbar. Auch fällt er generell relativ groß aus. Einer der Tester besitzt Schuhgröße 43/44 und hatte mit zwei Paar dicken Socken den Gevavi-Stiefel in Größe 43 an. Dennoch empfand er das Fußbett und den Schaft als sehr weit. Allerdings hatte er beim Wettrennen sowie auf der Traktorleiter keine Bedenken bezüglich des Grips. Wer den Stiefel reinigen möchte, muss dem Schmutz an Schaft und Spann mit der Bürste zu Leibe rücken. © Dagmar Davids
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