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Klimawandel

Sommer 2016: Ein Vorgeschmack auf die Zukunft

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Anke Fritz, agrarheute
am
12.09.2016

Der Sommer 2016 war durch Extreme gekennzeichnet. Die globalen Temperaturen sprangen diesen Sommer auf neue Rekordwerte. Starkregenereignisse führten zu Überschwemmungen.

Dieser Sommer ist global gesehen der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Das meldeten deutsche Experten am Montag in Berlin. «Wir stecken mitten im Klimawandel», sagte Paul Becker, Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes bei einer Bilanz des Deutschen Klima-Konsortiums (DKK). In Deutschland seien die Temperaturen in diesem Jahr allerdings nicht besonders auffällig gewesen. Als «hochdramatisch» bezeichnete Becker aber Starkregenereignisse mit mehr als 100 Litern Regen pro Quadratmeter und Stunde in verschiedenen Teilen Deutschlands im Frühsommer.

Agrarwetter in ihrer Region

Sturzfluten können an jedem Ort entstehen

Dr. Paul Becker, Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes: „Die Projektionen von Klimamodellen lassen eine Zunahme solcher starkregenauslösenden Wetterlagen für die Zukunft vermuten. Die erlebten Sturzfluten können ein Vorgeschmack auf die Sommer in einer zukünftigen wärmeren Welt sein. Und mehr noch: Sie können an jedem Ort in Deutschland eintreten. Darauf müssen wir uns mit noch besseren Wettervorhersagen, mehr Eigenvorsorge der Bürger und einer neuen Kultur im Umgang mit Naturgefahren vorbereiten.“

Bewirtschaftungsplan überdenken

Mit den sich im Zuge des Klimawandels vollziehenden Veränderungen jahreszeitlicher Witterungsverläufe müssen die Landwirte ihre Bewirtschaftungsplanung umstellen. Sie müssen die günstigsten Zeitpunkte für Bestellung, Aussaat und Ernte sowie für die Ausbringung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln in jedem Jahr neu ermitteln. Die Direkten Einfluss nimmt die Witterung insofern, als beispielsweise der günstigste Zeitpunkt für die Bodenbearbeitung stark von der Bodenfeuchte abhängig ist, oder im Frühjahr die Aussaat bestimmter Kulturpflanzen wie Mais erst bei Erreichen bestimmter Bodentemperaturen erfolgen kann.

Neue Kulturpflanzen anbauen

Der Anbau wärmeliebender Kulturpflanzenarten in Deutschland könnte sich ausweiten, wenn zugleich eine ausreichende Nachfrage am Markt gegeben und der Anbau wirtschaftlich interessant ist. Zu den wärmeliebenden Kulturpflanzen gehören u. a. der Körnermais, die Sorghum-Hirse, die Sojabohne, die Sonnenblume und der Hartweizen (Durum).

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