Login
Dorf und Familie

Spatzen im Stall, Mogelwerbung und Tierarznei nur noch aus der Apotheke?

Externer Autor ,
am
03.02.2012

Was tun gegen Spatzen in Stall oder Halle? Wie weit darf die Werbung die Wahrheit dehnen? Und darf der Tierarzt in Zukunft noch Arznei ausgeben?

Sperling (klick aufs Bild) © Landliveuser Laubenpieper
Spatzen in Halle und Scheune
 
Fendt611LSA schreibt: "seit einiger Zeit haben wir verstärkt Spatzen in unserer Maschinenhalle und Scheune. Wer hat das Problem auch und vor allem was kann man tun um die Vögel zu vertreiben" Schaumburger antwortet: "Bei mir hat nichts geholfen. Nur eine Eule und ein mutiger Bussard. Frag mich aber nicht wie man den in der Halle heimisch macht... zumindest bei Eulen könnte ein Nistkasten (Riesigen groß) und ein Eulenloch helfen." Darky meint dazu: "Die Krux an der Geschichte, lässt man die Vögel drin bekommt man bei CC ärger. Wenn man sie raus haben will bekommt man von allen anderen Ärger. Wie mans macht man machts falsch" Biobauer merkt kurz an: "Halle dicht machen."  und auch CarpeDiem gibt den Tipp: "Wenn die Halle dunkel gehalten wird, ist der Spuk mit den Vögeln vorbei!" Clusia wendet sich mit einem Appell an die anderen User: "Tiere können in Landwirtschaft, Garten und Wohnung fraglos sehr lästig werden. Aber keines dieser Tiere "will" den Menschen stören oder schädigen. Die Tiere nutzen schlicht Gelegenheiten, die der Mensch ihnen bietet. Wären sie nicht in der Lage, sich an die Bedingungen in der vom Menschen veränderten Welt anzupassen, stünde es um viele Arten schlecht. Mit Ausnahme von Meer und Hochgebirge gibt es in Europa praktisch keine natürlichen Lebensräume mehr. Unabhängig von Recht und Gesetz kann man von Homo sapiens erwarten, dass er seinen Verstand nutzt und gestaltet statt seinen niederen Trieben freien Lauf zu lassen und grausam Rache zu üben. Ratten, Mäuse und Spatzen sind intelligente und empfindungsfähige Lebewesen. Wer ihnen mit Leimruten oder anderen grausamen Techniken nachstellt, vergeht sich gegen die Menschlichkeit."

Warum darf bei Werbung eigentlich so gemogelt werden?

oimarin ist empört: "Hab grad wieder ein Werbung gesehen, da könnt ich echt aus der Haut fahren.. einfach alles nur gelogen. Warum darf das eigentlich sein?"  BunnyBabsel sieht es ebenso: "Weil die dann ihre Produkte nicht Verkaufen würden, wenn sie die Wahrheit darüber erzählen. Sowas sollte verboten werden und der Verbraucher nicht mehr länger an der Nase herrumgeführt werden.  Solang sich keiner währt wird sich da auch nichts ändern aber die Bevölkerung glaubt ja alles was im Fernseher rauf und runter erzählt wird und lässt sich hoffnungslos verarsche." Nurich sieht es pragmatischer: "So sehr wird doch gar nicht gelogen, man dehnt sich doch nur die Wahrheit so weit aus, bzw schrenkt den Einblick auf den Teil ein , wie es der Verbraucher sehen/hören will. Der Verbraucher will nicht Ehrlichkeit, der Verbraucher will ein gutes Gefühl. Deshalb gibt es zum Glück doch für jeden eine eigene Wahrheit. und das gilt nicht nur in der Werbung. was will der Verbraucher denn in den Bergen von der Landwirtschaft sehen? Glaubst du es interessiert einen wie oder wieviel du arbeitest? Wie du deine kühe überwinterst? Ob bei dir auch mal was nicht so nach Plan läuft? Was man sehen will ist Alm auf und Abtrieb, mehr braucht man doch nicht für die Landwirtschaftsidylle und ist es nicht schon ein Fortschritt das ein Verbraucher ein romantisches Bild haben will, und nicht mehr an die Lila Kuh glaubt?"  Krischans meint: "Die Werbung an sich ist eine Sache. Ärgerlich wirds dann wenn im Markennamen oder in der Produktbeschreibung Dinge vermittelt werden die nicht zutreffen. So wie die dicke Milchkanne auf der Kinderschokolade oder "jetzt ohne Fett" bei Gummibärchen, oder noch besser "0 Kalorien" bei Mineralwasser." meiomei2 bringt es auf den Punkt: "Das ist halt Werbung und nicht Wahrheit, beides fängt zwar mit "W" an ist aber ganz unterschiedlich und seien wir doch ehrlich die heile Welt der Werbung ist doch so schön problemlos da gibt für alle Schwierigkeiten immer einen einfache Lösung und alles ist gut, versuch das doch mal im normalen Leben umzusetzen da ist nicht alles nur schwarz und weiß"

Dispensierrecht der Tierärzte - Folgen für Tierhalter & Tiere?

Mim packt auch wieder ein heißes Eisen an: "im Zuge der Antibiotikadiskussion in der selbst Medien wie ZDF einen Fachbegriffeintopf schaffen - wird auch das Dispensierrecht der Tierärzte in Frage gestellt und auf Länder wie Dänemark verwiesen, wo Tierärzte wie Humanärzte Antibiotika (AB) nur noch verschreiben und die Betriebe sich die Medikamenten dann in der Apotheke holen sollen/müssen. Für die Tierhalter bedeutet das nicht nur Aufwand (Fahrt Apotheke) sondern auch doppelt zahlen - die Beratungs/Anfahrtsgebühren des Tierarztes und die Gebühren der Apotheke, für die Tiere bedeutet das ggf. "Wartezeiten" - bis die bestellten Medikamente in der Apotheke angekommen oder über "Internetapotheke" verschickt worden sind und wir alle wissen wie wichtig bei hochentzündlichen, schmerzhaften Erkrankungen wie Lungen- oder Gelenksentzündung eine unverzügliche Behandlung im Sinne des Tierschutzes ist. Schon mehrere Fachtierärzte Schwein haben mir nach Eigenkalkulation angekündigt, dann ihre Abteilung Schwein der Praxen zu schließen, Mitarbeiter auszustellen und sich auf Heimtiere und ggf. Rind zu beschränken. Meine dringende Bitte - da das Thema JETZT zur Diskussion steht, wendet euch als Tierhalter an die jeweiligen politischen Vertreter in Berlin, es geht mir/hier nicht darum hohe AB-Abgaben im bisherigen System zu rechtfertigen, denn das Dispensierrecht betrifft auch Veterinär-Homöopathika" Herzelsuesse: schreibt dazu: "Was noch alles? Bald hält gar keiner mehr Tiere. Die Landwirte, die Schweine züchten, halten mästen (bezieht sich auch auf andere Tierarten) und davon leben müssen, für die zählt halt jedes Ferkel, Hühnchen, usw. Zwischen den vielen Schraubzwingen in der Tierhaltung, Null Spielraum und den hohen Kosten (wenn so ein Schweinelandwirt die Grundimmunisierung für seine Ferkel holt, dann kostet es jetzt schon ein unglaubliches Geld) wie schwer sollen es die Bauern noch gemacht bekommen? Stallhaltung ist kein natürlicher Zustand für die Tiere. Daher die Anfälligkeit, daher die Immunisierung, daher der Kampf der Landwirte um jedes Ferkel." und DWEWT meint: "ich habe heute früh gleich meinen TA darauf angesprochen. Er erklärte mir, dass davon nur die Medikamentenabgabe für die Anwendung durch den Tierhalter selbst betroffen ist. Sollte dem so sein, hätte ich mit der von Mim beschriebenen Initiative der Politik kein Problem."

Heuballen auf Schimmelsporen untersuchen lassen

flyinggrisu hat auch ein spezielles Problem: "Wo kann man Heuballen testen lassen, ob Schimmelsporen drin sind? Da das Heu (Wetter) beim ersten Schnitt nicht optimal war, möchte ich es testen lassen bevor ich es verkaufe. Einen Rundballen habe ich verfüttert. Bis auf den Kern war alles in Ordnung. Ich will zum einen keine Schwierigkeiten bekommen und zum anderen muss die Qualität einfach passen. ich wäre selbst auch angefressen, wenn mir jemand Mist auf den Hof bringt." Clusia antwortet: "Wie viele Ballen sind es denn und um welchen Betrag geht es dabei? Wenn bei einem Ballen der Kern verschimmelt war, dürfte das bei den anderen auch so sein. Geht die Problematik dahin, die Ballen zu überprüfen, ohne sie zu öffnen? Oder wurden die Ballen entkernt und jetzt soll überprüft werden, ob der Rest qualitativ in Ordnung ist? Die Frage nach der Zahl der Sporen ist vermutlich so nicht aussagekräftig. Pilzsporen sind überall. Die keimen aber nicht im Verdauungstrakt. Problematischer sind die Schimmelpilze, die sich ggf. entwickelt haben. Denn dann besteht die Gefahr der Produktion von Mykotoxinen."  RROTERBARON gibt den Rat: "Schick doch ein paar Proben beim LKV ein. Es muss ja nicht jeder untersucht werden. Das mal einer staubt kommt bei meinen auch vor aber nicht jeder" Und Paula schreibt: "Weise den Käufer darauf hin, das du witterungsbedingt keine 100 % Garantien geben kannst und er sich bei Problemen melden soll. Ist er nicht zu weit entfernt kannst du ja hinfahren um zu sehen ob es auch stimmt. Ich denke dieses Jahr ist Heu so knapp das der Käufer wohl auch Zugeständnisse machen wird." 

Quotenwegfall 2015

Blue_Power fragt: "Wie seht ihr das mit dem Wegfall der Milchquote? Wie kann man sich am besten drauf vorbereiten?" kartoffelbluete schreibt klar: "Die neue Quote ist bezahlbare Futterfläche! Da die Fläche über Energieverwertung besser verwertet wird, wandert sie künftig auch vermehrt dort hin und damit wird ein grenzenloses Ausdehnen der Milchproduktion verhindert!" shockwave meint: "So erschreckend wie einige das prognostizieren wird es wohl nicht laufen. Ich kaufe jetzt schon fast die Hälfte meines Grundfutters zu und lass die Gülle abholen. Bin ein reiner Milchviehbetrieb. Pachtpreise liegen bei uns jenseits der 1000 Euro. Hier treffen Sonderkulturen, Biogas, Mastschweine bzw. Geflügel und Milchviehhaltung aufeinander. Da hatten wir noch nie eine Chance mitzuhalten, von daher seh ich der sache gelassen entgegen . Zur Quote kann ich nur sagen, schade um das Geld. Ich hab in diesem Jahr ein paar Liter gekauft. Da ich aber meinen Bestand erheblich aufgestockt habe ist das auch nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Ich werd wohl versuchen ohne viel Quote zu kaufen meinen Betrieb zu entwickeln. Meine Devise ist Augen offen halten und beobachten" Und auch cowfriend sieht optimistisch in die Zukunft: "Weltweit scheint zukünftig die jährliche Milchmengensteigerung den steigenden Verbrauch nicht immer zu decken. Das sehe ich im Hinblick auf D mindestens genauso, vor allem, wenn weitere EU-Länder mit irgendwelchen EEG`s folgen, wovon ich mittelfristig ausgehe. Also, Hausaufgaben ( = kg Milch je ha hoch, Tiegesundheit, etc.) machen und man braucht keine Angst haben. Im Gegenteil, ich denke, wir können alle zuversichtlich der Zeit nach 2015 entgegenblicken!"

weitere interessante Themen der letzten Woche

Ausbildung / Umschulung "Fachkraft Agrarservice" 2012
Auch interessant