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Nordrhein-Westfalen

Spaziergänger hielten jungen Wolf für einen Hund und nahmen ihn mit

Wolfswelpe
am Montag, 26.07.2021 - 15:00 (Jetzt kommentieren)

Bei Hünxe in Nordrhein-Westfalen haben Spaziergänger einen Wolfswelpen fälschlicherweise für einen Hund gehalten und mit nach Hause genommen. Ein Jäger klärte über den Irrtum auf. Das Tier wurde wieder ausgesetzt.

In einem Wald bei Hünxe (Nordrhein-Westfalen) haben Spaziergänger einen entkräfteten und verletzten Welpen gefunden. Da sie ihn für einen Hundewelpen hielten, nahmen die Passanten das Tier mit nach Hause. Wie der WDR berichtet, hätten die Finder den völlig mit Kot verdreckten Welpen in der Dusche säubern wollen. Dabei seien ihnen Zweifel gekommen, ob es sich bei dem Tier tatsächlich um einen Hund handelt.

Nach Behandlung beim Tierarzt wurde der Welpe wieder ausgesetzt

Die Spaziergänger baten daher einen befreundeten Jäger um Hilfe. Dieser stellte nach Angaben des WDR sofort fest, dass es sich bei dem Tier um einen Wolfswelpen handelt. Nach Rücksprache mit der Naturschutzbehörde brachte der Waidmann den Wolfswelpen zu einem Tierarzt, der das verletzte Ohr des Tieres behandelte.

Anschließend setzte der Jäger den Welpen auf Anweisung des Landesumweltamts wieder im Wald aus. Die Behörde habe ihm eine Stelle genannt, wo eine Wildkamera einige Tage zuvor eine Wölfin mit Gesäuge aufgezeichnet hatte.

Wildtiere müssen nur in wenigen Ausnahmefällen "gerettet" werden

Gegenüber der Redaktion Pirsch erklärte ein Sprecher des Landesamtes für Naturschutz, dass die Einschätzung, es handle sich um einen Wolfswelpen, eindeutig gewesen sei. Deshalb musste der Welpe – gedeckt durch eine bundesweite Regelung – schnellstmöglich wieder in der Nähe des Rudels ausgesetzt werden. Dies sei auch direkt geschehen.

Niemals Wölfe an Menschen gewöhnen!

"Grundsätzlich gilt bei Wildtieren, insbesondere bei wildlebenden Wölfen, diese niemals in einen direkten Kontakt mit dem Menschen zu bringen. Ob ein Wildtier verletzt oder krank ist, kann ein Laie in der Regel nicht erkennen. Auch wenn es grausam klingen mag, Wildtiere müssen nur in wenigen Ausnahmefällen 'gerettet' werden", sagte der Naturschutzexperte gegenüber Pirsch. Wölfe dürften auch nicht ansatzweise an den Menschen gewöhnt werden, um die natürlichen Verhaltensweisen nicht zu beeinflussen.

"Wenn ein Wolf einmal die natürliche Scheu vom Menschen verloren hat, wird dieses Tier automatisch zu einer Gefahr für den Menschen und somit sich selbst, da diese Tiere sofort der Natur entnommen werden müssen", so der Sprecher abschließend. Ob der Welpe seinen Weg zum Rudel zurückgefunden habe, sei unklar.

Mit Material von pirsch, WDR
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