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Kanada

Spezial-Rollstuhl macht behinderten Farmerssohn glücklich

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am Sonntag, 29.08.2021 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Der 12-jährige John Ray möchte trotz seiner Behinderung Farmer werden. Mit einem neuen coolen Spezial-Rollstuhl ist er diesem Traum nun näher gekommen.

John Ray ist Kanadier, 12 Jahre alt und hilft auf der elterlichen Farm im Rinderstall beim Futteranschieben. Das wäre keine Meldung wert und hätte dem Video (siehe unten) schon gar nicht über 300.000 Klicks eingetragen – wenn John nicht unter Muskeldystrophie leiden würde und sich nur im Rollstuhl fortbewegen könnte.

Der Traum vom Farmersein

Der Junge träumt davon, Farmer zu werden wie sein Vater. Doch die körperliche Behinderung macht das beinahe unmöglich.

Seit seiner Geburt leidet John unter einer seltenen degenrativen Muskelkrankheit. Seine Ärzte befürchteten damals, dass er nur kurze Zeit leben würde.

„Traktor“ war Johns erstes Wort

Doch John hat die Mediziner eines Besseren belehrt. Es gehe ihm sehr gut, sagt seine Mutter Trina Reid. Das liege sicher auch an der gesunden Lebensweise auf der Farm.

Seine Eltern, die inzwischen getrennt leben, hatten den Jungen von klein auf in die Farmarbeit einbezogen. Schon mit sechs Wochen fuhr er auf dem Schlepper mit. „Sein erstes Wort war Traktor“, sagt Trina Reid.

Viel Arbeit für die ganze Familie

Donny Ray, Johns Vater, wuchs auf einer Milchviehfarm auf. Heute fährt er als Trucker und betreibt nebenbei eine Jungviehaufzucht und baut Produkte für die Selbstvermarktung im eigenen Hofladen und auf Wochenmärkten an. Bei der Arbeit hilft die ganze Familie mit – einschließlich John.

Ein Rollstuhl ist nicht geländegängig

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Doch für den behinderten Jungen ist der Alltag im Stall und auf dem Feld schwer zu bewältigen.

Sein normaler Rollstuhl ist für solche Anforderungen nicht gemacht und John ist inzwischen viel zu groß, dass ihn seine Eltern noch überall hin tragen könnten. Für den begeisterten Jungfarmer eine dramatische Entwicklung.

Da stießen Johns Eltern vor einiger Zeit in einer Fernssehsendung auf einen Spezial-Rollstuhl, den sogenannten Action Truckchair, der mit jedem Gelände problemlos klarkommt.

Mit dem Trackchair im Stall und auf dem Feld

Das Spezialgerät auf Raupenketten war allerdings ein teures Vergnügen, unerschwinglich für John Eltern. Zum Glück fanden sie einen gebrauchten Trackchair, den sie mit Unterstützung von Donnys Arbeitgeber erwerben und auf Johns Bedürfnisse umrüsten konnten.

Jetzt schiebt John Ray mit einem speziell konstruierten Schild Futter für die Jungrinder an, fährt über den Acker und transportiert Pflanzkartoffeln in seinem eigenen Hänger, als habe er nie etwas anderes getan.

Wie John geht es vielen Kindern

Johns Mutter Trina betont, wie wichtig es sei, solche Geschichten in die Öffentlichkeit zu tragen. „Es gibt so viele Farmerskinder mit Behinderungen, bei denen die Eltern nicht wissen, was aus ihnen werden kann.“ Mit technischen Hilfmitteln wie dem Trackchair und viel „Um-die-Ecke-Denken“ sei aber auch scheinbar Unmögliches möglich. So können auch Kinder wie John selbst einmal einen landwirtschaftlichen Betrieb bewirtschaften.

„Wenn John mich eins gelehrt hat, dann dass Ausdauer alles ist. Es gibt nichts, von dem er sagt, dass er es nicht tun könne.“

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